Das Geschäft mit dem Fischsiegel - Die dunkle Seite des MSC

  • Dreharbeiten in Manzanillo, Mexico. Dieses und 35 andere Fangschiffe jagen und töten Delphine, um an die Thunfische heranzukommen. Vergrößern
    Dreharbeiten in Manzanillo, Mexico. Dieses und 35 andere Fangschiffe jagen und töten Delphine, um an die Thunfische heranzukommen.
    Fotoquelle: WDR/Wilfried Huismann
  • Die Hai-Auktionshalle in Vigo. Flossenhandel womöglich bald mit MSC. Vergrößern
    Die Hai-Auktionshalle in Vigo. Flossenhandel womöglich bald mit MSC.
    Fotoquelle: WDR/shark project
  • MSC- ein Gemeinschaftsprojekt von Industrie und WWF. Vergrößern
    MSC- ein Gemeinschaftsprojekt von Industrie und WWF.
    Fotoquelle: WDR/Wilfried Huismann
Report, Dokumentation
Das Geschäft mit dem Fischsiegel - Die dunkle Seite des MSC

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
WDR
Mi., 12.09.
22:10 - 22:55


Fisch gilt als gesund. Doch welchen Fisch kann man mit gutem Gewissen essen, um das Leben im Meer nicht zu zerstören? Welche Fangmethoden sind nachhaltig? Viele Verbraucher orientieren sich bei dieser Frage an dem blauen Fischsiegel des MSC, des Marine Stewardship Council. Es gilt als erfolgreichstes Öko-Siegel der Welt und ziert in Deutschland mehr als die Hälfte aller verkauften Fischprodukte. Ganze Supermarktketten bieten nur noch MSC-zertifizierte Ware an. 41% der Käufer kennen das Siegel und vertrauen ihm. "Man muss das glauben", sagt dazu eine Kundin im Supermarkt. "Das ist wie mit Bio, das ist 'ne Glaubenssache. Und MSC hat es irgendwie geschafft, mich zu überzeugen." - Weltweite Recherche Eigentlich garantiert das MSC-Siegel: Dieser Fisch kommt nicht aus überfischten Beständen und bei seinem Fang ist das Ökosystem Meer nicht beschädigt worden. Doch: Stimmt das auch? Schon länger gibt es Kritik an dem Siegel. Die Standards seien zu lasch, heißt es von Meeresschützern. Story-Autor Wilfried Huismann fühlt mit seiner aufwendigen, weltweiten Recherche dem MSC auf den Zahn. - Ein Siegel aus Marketinggründen? Das Story-Team findet Beispiele, die zeigen, wie fragwürdig die Siegelvergabe durch den MSC ist. Er trifft Fischer, die das Fischsiegel vor allem aus Marketinggründen haben wollten und es auch bekommen haben, obwohl ihre Fangmethode den Meeresboden beschädigt. "Wenn das MSC-Siegel drauf ist, gibt es keine Fragen mehr", sagt dazu der Geschäftsführer einer Schollenfischerei. Ein Siegel, um Fisch besser zu verkaufen? Ein galizischer Kleinfischer, der Oktopus und andere Arten auf traditionelle Art fängt, lehnt das MSC-Siegel kategorisch ab. Er und seine Kollegen hätten es beantragen können. Doch der MSC habe auch mit den Eignern großer Fangschiffe verhandelt, die die Bestände allein aufgrund ihrer Größe gefährden würden. "Wenn es dem MSC nur darum geht, den Bestand einer Art zu zertifizieren, aber nicht die Fangmethode, dann wollen wir kein MSC", sagt der Fischer. - Ökostandards oder Industrieinteressen? Immer wieder begegnet Huismann auf seiner Recherchereise der Vorwurf, der MSC halte seine selbst gesetzten Standards nicht mehr ein. Einer der Mitbegründer des Ökosiegels wirft dem MSC gar vor, mittlerweile mehr den Industrieinteressen als den eigenen Ökostandards zu folgen. Das MSC sei "auf die dunkle Seite" gewechselt. Was ist dran an diesem Vorwurf? "Die Story im Ersten" liefert überraschende und ernüchternde Erkenntnisse.


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