Das Geschäft mit der Armut

  • Nestlé-Tür-zu-Tür-Verkäuferinnen auf ihrem Weg durch die Favelas. Sie schieben auf einer Sackkarre, auf der ein großer Behälter mit der Aufschrift "Nestlé até você" (Nestlé kommt zu Dir), vor sich her. Die Käufer können nur fest zusammengestellte Einheiten kaufen - mal billigere, mal teurere Produkte. Das stellt sicher, dass alle Produkte verkauft werden. Vergrößern
    Nestlé-Tür-zu-Tür-Verkäuferinnen auf ihrem Weg durch die Favelas. Sie schieben auf einer Sackkarre, auf der ein großer Behälter mit der Aufschrift "Nestlé até você" (Nestlé kommt zu Dir), vor sich her. Die Käufer können nur fest zusammengestellte Einheiten kaufen - mal billigere, mal teurere Produkte. Das stellt sicher, dass alle Produkte verkauft werden.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Kibera in Nairobi gilt als der zweitgrößte Slum
Afrikas. Trotz der Armut der Menschen,
setzen multinationale Konzerne auf sie
als Zielgruppe. Vergrößern
    Kibera in Nairobi gilt als der zweitgrößte Slum Afrikas. Trotz der Armut der Menschen, setzen multinationale Konzerne auf sie als Zielgruppe.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Die Menschen in Kibera haben kaum
Zugang zu frischen und gesunden
Lebensmitteln. Vergrößern
    Die Menschen in Kibera haben kaum Zugang zu frischen und gesunden Lebensmitteln.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Die Menschen auf dem Land außerhalb
von Nairobi ernähren sich oft noch
traditionell. Vergrößern
    Die Menschen auf dem Land außerhalb von Nairobi ernähren sich oft noch traditionell.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Maria mit Töchtern und Enkelkindern.
Die Familie ist sehr arm und lebt in einer Favela
am Rande von São Paulo. Durch ihre ungesunde
Ernährung leiden mehrere Familienmitglieder
an Übergewicht und Diabetes. Vergrößern
    Maria mit Töchtern und Enkelkindern. Die Familie ist sehr arm und lebt in einer Favela am Rande von São Paulo. Durch ihre ungesunde Ernährung leiden mehrere Familienmitglieder an Übergewicht und Diabetes.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Brasilien: Eine Schule am Rande einer Favela in São Paulo.
Wie rund 200 Schulen der Stadt nimmt diese am
Nestlé-Nutrir-Programm für gesündere
Ernährung teil. Die Mahlzeit in der Schule ist oft
die einzig richtige des Tages. Vergrößern
    Brasilien: Eine Schule am Rande einer Favela in São Paulo. Wie rund 200 Schulen der Stadt nimmt diese am Nestlé-Nutrir-Programm für gesündere Ernährung teil. Die Mahlzeit in der Schule ist oft die einzig richtige des Tages.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Dieser kenianische Bauer pflanzt als
sogenannter "Vertragsfarmer" Bohnen, die
er an eine einheimische Firma verkauft. Die
Bohnen werden nach Europa exportiert. Als
Vertragsfarmer hat man in Kenia eine
vermeintliche finanzielle Sicherheit - der
Traum für viele Kleinbauern. Vergrößern
    Dieser kenianische Bauer pflanzt als sogenannter "Vertragsfarmer" Bohnen, die er an eine einheimische Firma verkauft. Die Bohnen werden nach Europa exportiert. Als Vertragsfarmer hat man in Kenia eine vermeintliche finanzielle Sicherheit - der Traum für viele Kleinbauern.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Brasilien: Über zehn Jahre kämpft Hans Dieter Temp als
Gründer des Projektes "Städte ohne Hunger"
dafür, dass die Brasilianer sich wieder selbst
versorgen können - ganz natürlich, ohne
Fertignahrung und Abhängigkeiten von
internationalen Großkonzernen. Er hat in den
Armenvierteln von São Paulo und Umgebung u.a.
21 Gemeinschaftsgärten aufgebaut. Vergrößern
    Brasilien: Über zehn Jahre kämpft Hans Dieter Temp als Gründer des Projektes "Städte ohne Hunger" dafür, dass die Brasilianer sich wieder selbst versorgen können - ganz natürlich, ohne Fertignahrung und Abhängigkeiten von internationalen Großkonzernen. Er hat in den Armenvierteln von São Paulo und Umgebung u.a. 21 Gemeinschaftsgärten aufgebaut.
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
  • Aline Brandao ist die Ernährungsberaterin im
Gesundheitszentrum. Gemeinsam mit Ärzten
und Vertrauenspersonen aus der Favela berät
sie Familien zum Thema "besser Essen ohne
mehr Geld auszugeben". Vergrößern
    Aline Brandao ist die Ernährungsberaterin im Gesundheitszentrum. Gemeinsam mit Ärzten und Vertrauenspersonen aus der Favela berät sie Familien zum Thema "besser Essen ohne mehr Geld auszugeben".
    Fotoquelle: ZDF/Joachim Walther
Report, Dokumentation
Das Geschäft mit der Armut

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2016
3sat
Mi., 04.07.
06:35 - 07:20
Wie Lebensmittelkonzerne neue Märkte erobern


Der Film zeigt, wie Großkonzerne auf Kosten der Gesundheit Kasse machen. Er blickt dabei in zwei völlig unterschiedliche Regionen dieser Welt: in den Großraum São Paulo und nach Kenia. Der große Hunger ist vorbei. Die Industriestaaten in Europa und Nordamerika sind gesättigt, Lebensmittelkonzerne verzeichnen hier kaum noch Wachstum. Deshalb haben die großen Hersteller ihren Fokus auf neue Märkte gelenkt: Schwellen - und Entwicklungsländer. Dort verkaufen die multinationalen Konzerne kleine Packungen mit großen Gewinnen. Sie versprechen gesunde Markenqualität für jedermann und bieten überwiegend Fertigprodukte mit viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern an. Die Folgen sind Übergewicht und "Zivilisationskrankheiten" wie Diabetes - in Gesellschaften, die durch Armut und Mangelernährung ohnehin vorbelastet sind. Für viele Menschen in Entwicklungs - und Schwellenländern ist Convenience Food made in Europe ein Statussymbol. In Brasilien und Kenia machen sich multinationale Konzerne das zunutze, indem sie in Werbekampagnen gezielt die Armen ansprechen. In Mini-Packungen, sogenannten PPP - popularly positioned products - werden Markenprodukte zu Cent-Beträgen verkauft. In Schulungen werden Frauen aus Slum-Gebieten dazu ausgebildet, die Produkte in ihrem privaten Umfeld zu vertreiben. Begehrte Jobs für die meist ungelernten Frauen, die sich darum reißen, für internationale Lebensmittelkonzerne zu arbeiten. Auch das ist Konzernpolitik, soziale Verantwortung scheinbar dort zu übernehmen, wo der Staat es nicht tut. Für Kritiker wie Dr. Carlos Monteiro, Professor für Ernährung und Gesundheit an der Universität São Paulo, ist es ein absoluter Widerspruch, ungesunde Produkte in Massen an die Menschen zu bringen und sich gleichzeitig als Wohltäter zu präsentieren: Greenwashing auf Kosten der Ärmsten.


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