Vor rund 500 Jahren starb der Maler Hieronymus Bosch im Süden der Niederlande, in seiner Geburtsstadt 's-Hertogenbosch, von der auch der Künstlername des geborenen Jheronimus van Aken abgeleitet ist. In dieser kleinen Stadt entstanden fast alle Zeichnungen und Gemälde des Künstlers, über dessen Leben und Persönlichkeit noch immer sehr wenig bekannt ist. Die überbordende Fantasie seiner Werke mit ihren gequälten Figuren und den ebenso burlesken wie furchterregenden Ungeheuern hat in der Kunstgeschichte nicht ihres Gleichen. Die von der Kirche so stark unterdrückten und bestraften Themen Sünde, Verlangen und Versuchung ließen Bosch nicht los. Mit Menschengnomen, luziferischen Gestalten und närrischen Schimären stellte er die Laster seiner Epoche sehr eingehend dar. Im Gegensatz zu anderen Malern dieser Zeit weiß man über das Leben des Hieronymus Bosch nur wenig. Er war eine mysteriöse Gestalt: Belege für sein Leben finden sich in den Aufzeichnungen der Bruderschaft Unserer Lieben Frau, der ältesten Bruderschaft in den Niederlanden, in der Bosch Mitglied wurde. Es gibt jedoch nicht einmal ein verlässliches Porträt von ihm, mit Sicherheit überliefert ist nur sein Todestag. Bosch bleibt ein Mysterium - als Maler, aber auch als Mensch. Mit dem "Garten der Lüste" widmet sich der Dokumentarfilm einem ganz besonderen Gemälde, einem der wichtigsten des Malers. Er will dem Bild auf den Grund gehen, mehr über Bosch und seinen Wissensdrang erfahren und Schlüssel zum Verständnis seines Geheimnisses liefern. Denn zu seinen Werken gibt es viele Interpretationen und Deutungen, einige bleiben jedoch trotzdem rätselhaft. Denn wie Kunsthistoriker Reindert Falkenburg sagt: "Der Autor will nicht, dass wir das Geheimnis lüften. Er will, dass wir im Geheimnis verweilen."