"Das Kindermädchen" Saskia Vester hat seinen zweiten Einsatz fern der Heimat – diesmal in Südafrika.

Wiedersehen mit Henriette Höffner, dem "Kindermädchen" (Saskia Vester) jenseits der 50. Nach der Insel Mauritius geht es nun geradewegs nach Afrika, immer schon ein Traumziel von Henriette, hat sie doch den Film "Jenseits von Afrika" stets im Kopf. Geschickt entzieht sie sich auch diesmal dem Jobcenter und ihrem Betreuer, Herrn Lobinger (Jürgen Tonkel), der stets ein Auge zudrückt, wenn sich Henriette bei der Arbeitsagentur melden sollte, dann aber wieder lieber als Kinderfrau die weite Welt bereist. Die Idee der Macher des Degeto-Films "Das Kindermädchen: Südafrika" ist so krude wie klug: kleine Besetzung, große Welt. Prekäre Familienkonstellationen, und vor allem: Tiere.

Die Elefanten trompeten denn auch im Garten des Wildhüters Konrad Eckstein (Filip Peeters), der vier Wochen lang seine umtriebigen Enkel Linus und Anton betreuen soll, aber dieses Amt, nicht dumm, der laut Homepage "hochqualifizierten Fachkraft" aus München überträgt.

Der Alte hat Haare auf den Zähnen. Und obwohl er als Tierarzt und Wildhüter in der schönsten Naturkulisse lebt, ist er arg verbittert. Kein Wunder, starb doch seine Frau einst bei der Geburt des gemeinsamen Kindes. Seitdem ist er auf alles Lebendige – außer Tiere – nicht gut zu sprechen. Schon gar nicht auf seine Enkel, die sich ständig in den Haaren liegen und mit ihren Handys spielen.

Der Alte grummelt derart vor sich hin, dass an seiner märchenhaften Miesepetrigkeit gar kein Zweifel aufkommen kann. Weil aber Kindermädchen Henriette, dieser Engel in Person, alles an sich abprallen lässt und alsbald nicht nur das Herz der beiden Enkel, sondern auch das Konrads gewinnt, verändert sich erstaunlich bald alles zum Guten. Henriette jedenfalls vergisst gar ihre Flugangst, als sie mit dem Tierschützer im Kleinflugzeug ihre Runden über der Savanne dreht – welch eine Freude für die Kamera. Zebras, Gnus und Antilopen grüßen aber auch am Wegesrand, wenn der Jeep durchs Revier des knorrigen Wildhüters fährt.

Sehr schnell und ohne Umschweife werden die Sorgen und Nöte aller Beteiligten besprochen. Afrikanische Totalen und afrikanisches Liedgut aus dem Off ermöglichen teils gewagte Zwischenschnitte. Und manchmal meldet sich ja auch noch der freundliche Mann von der Arbeitsagentur aus München. – Wozu das Rad neu erfinden, mögen sich die Macher gedacht haben, wenn man es doch auch zurückdrehen kann? Und dann haben sie wahrscheinlich an gute alte Abenteuer-Familienserien wie "Daktari" gedacht, die nicht wenigen samstags immer die Freude an der parallel laufenden "Sportschau" nahmen. Nostalgie ist Trumpf. Der Löwe brüllt nicht mehr, doch die drollige Kröte quakt ja auch nicht schlecht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst