Was sich in Worms im April 1521 ereignete, zählt zu den Schlüsselmomenten deutscher Geschichte: Martin Luther sollte vor Kaiser und Reich seine Lehren widerrufen. Der Film rekonstruiert nicht nur die dramatischen Stunden vor der Versammlung der Mächtigen, er führt auch vor Augen, warum der ungleiche Kampf ausging, wie er ausging. Wie Luther zur Figur einer Zeitenwende wurde. "Das Luther-Tribunal - Zehn Tage im April" lädt die Zuschauer ein, den historischen Moment nachzuerleben und seine Bedingungen zu verstehen. Gleichzeitig ist es eine moderne Geschichte. Denn es ist der Einzelne, der sich von Zwängen befreit und für seine Überzeugung einsteht. Dabei beruft er sich auf sein Gewissen und seinen Glauben. Der zeitliche Rahmen des Films wird durch Ankunft und Abreise Luthers gesetzt, jene zehn Tage im April 1521 bilden den dramaturgischen Leitfaden. Mittelpunkt der Inszenierung ist der Prozess selbst, der historisch hervorragend belegt ist. Die Innenstadt von Worms füllte sich zur Zeit des Reichstags mit Tausenden Menschen, mehr als doppelt so viele, wie die Stadt sonst Einwohner hat. Die Szenerie wird als räumliches Computermodell rekonstruiert. Virtuelle Kameraflüge führen zu den Schauplätzen des Geschehens. Führende Luther-Experten bringen den neuesten Forschungsstand in das Projekt ein.