Das sagenumworbene Änziloch ist eine tiefe Felsenschlucht im Napf. Unter den Einheimischen gilt die Devise, dass es im Änziloch spukt, und freiwillig geht man dort nicht hinunter. Laura ein zwölfjähriges Mädchen, das mit ihren Eltern und Brüdern auf einem nahegelegenen Hof wohnt, ist fasziniert von den Geschichten, die zum Änziloch erzählt werden. In den langen Sommerferien auf dem abgelegenen Hof kreisen ihre Fantasien immer wieder um die tiefe Felsschlucht. Fasziniert geht sie immer wieder an den Rand des Abgrundes, um den Geräuschen zu lauschen, die aus der Tiefe dringen. Doch es gibt viel zu tun auf dem Hof, und ihre Eltern und älteren Brüder arbeiten hart. Auch Laura hilft mit. Sie versorgt Tiere, sieht mit an, wie ihr Grossvater und die Brüder das Kaninchen mit dem schönen weissen Fell schlachten. Pflegt ihr Pony, dessen Bein nicht mehr heilen will und hilft auch beim Köhlern mit. Gesprochen wird in der Familie wenig, ihre Gedanken teilt sie sich mit ihrem Tagebuch. Bis ein Junge aus der Stadt zum Landdienst kommt und sie endlich einen Gesprächspartner hat. Den Legenden vom Änziloch steht der aufgeklärte Junge aus der Stadt jedoch skeptisch gegenüber. Sie lernt jedoch viel von ihm und schöpft Selbstvertrauen. Als er wieder wegfährt, nimmt Laura die Erforschung der Sagen selbst in die Hand und erkundigt sich bei einer Nonne, die als einzige in ihrer Jugend einmal im Änziloch war. Mit ihrem einzigartigen Gespür für Kinder hat die Filmemacherin Alice Schmid das Porträt eines Mädchens geschaffen, das in einer isolierten Welt lebt und von allen unterschätzt wird. Lauras Fantasien und Ängste kommen durch den Film zu Wort, und sie geht ihnen auf den Grund.