Die ledige Fabrikarbeiterin Brigitte Böhi kann sich nicht gebührend um ihren Sohn Matthias kümmern. Deshalb lebt der Zehnjährige bei ihrer Schwester, der «Angehrin», die gemeinsam mit ihrem Mann und ihren drei Kindern einen abgelegenen Gasthof im Appenzellischen führt. Sie ist eine strenge und fordernde Frau, die ihr aufbrausendes Temperament nicht zügeln kann und die angestaute Wut vor allem am schmächtigen Matthias abreagiert. Der leidet still unter der harten Arbeit und den Schlägen, vor allem aber fehlt ihm seine Mutter, die nur selten zu Besuch kommt. Als seine Cousine durch das Verschulden der Tante stirbt, hält es Matthias auf dem Gupf nicht mehr aus. Zu Fuss flieht der Junge zu seiner Mutter nach Rorschach. Brigitte beschliesst, ihren Sohn nicht mehr vor der Gesellschaft zu verstecken und erwirkt beim Direktor die Bewilligung, dass Matthias sie in die Fabrik begleiten darf. Dem Werben des braven Arbeitskollegen Gemperle , der Matthias gerne ein Vater wäre, gibt Brigitte aus Stolz und Unabhängigkeitsdrang nicht nach. Dann lernt Matthias den einflussreichen Chef-Dessinateur Oberholzer kennen, einen lebenslustigen, unbändigen Romand. Er weiss nicht, dass Oberholzer einst der Geliebte seiner Mutter war und deshalb sein Vater sein könnte. Produzent und Drehbuchautor Stefan Markus, hatte sich bereits vor «Das Menschlein Matthias» als Spezialist für kontroverse Stoffe etabliert. So 1933 mit der Verfilmung des Romans «Rapt» von Charles Ferdinand Ramuz, sowie 1940 mit dem Abreibungsdrama «Dilemma». Mit der darauffolgenden Adaption des bekannten autobiographischen Romans «Das Menschlein Matthias» des befreundeten Schriftstellers Paul Ilg erfüllte sich Markus einen langgehegten Wunsch. Er schrieb selber das Drehbuch und beschäftige wieder Regisseur Edmund Heuberger sowie einen Teil der Schauspieler und des technischen Stabes von «Dilemma». Das Rennen für die Rolle des Matthias machte der Züricher Röbi Rapp, der schon Erfahrung als Kinderdarsteller auf der Bühne des renommierten Zürcher Schauspielhauses hatte sammeln können. Dessen Geschichte war 2014 Inhalt des preisgekrönten Spielfilmes «Der Kreis», in dem das bewegte Leben von Röbi Rapp und Ernst Ostertag nachgezeichnet wird, die als erstes schwules Paar im Kanton Zürich ihre Partnerschaft eintragen liessen. Schweizer Radio und Fernsehen SRF sowie die Cinémathèque suisse haben «Das Menschlein Matthias» mit Unterstützung des Vereins Memoriav und der Praesens-Film aufwändig digitalisiert und restauriert.