Der arme Köhler Peter Munk träumt von Reichtum und Ansehen. Damit die Träume nicht Träume bleiben, wendet er sich mit der Bitte um Hilfe an die Waldgeister. Zunächst an das Glasmännlein (Wolf-Wolfgang Guth), dann, als ihm dieses eine Abfuhr erteilt, an den Holländer-Michel . Dieser willigt ein, raubt Munk aber als Gegenleistung das Herz und setzt ihm an dessen Stelle ein steinernes Herz ein. Gefühllos und kalt geworden lässt ihn selbst eine Reise durch die weite Welt unberührt. Zu den Menschen wird er böse und geizig. Erst als er aus Bosheit seine schöne und gütige Frau Lisbeth erschlägt, kommt er zur Reue und überlistet, mithilfe des guten Glasmännleins, den bösen Holländer-Michel. In der Schwarzwald-Mythologie sind sie bis heute präsent: Fabelwesen wie das Glasmännchen oder jenes des Holländer-Michels. Sie stehen für die zwei im Schwarzwald seit jeher ansässigen Berufsgattungen; jene des Glasers und jene des Flössers. Beide Figuren treten in der Erzählung «Das kalte Herz» von Märchenerzähler Wilhelm Hauff prominent in Erscheinung und faszinierten seitdem gross und klein. Fürs Kino bearbeitet wurde «Das kalte Herz» mehrmals; früh bereits von 1931 bis 1933. In den letzten Jahren der Weimarer Republik war es der junge Pianist Karl Ulrich Schnabel, der mit bescheidenen Mitteln, aber umso mehr Unterstützung von Freunden und Bekannten, in Berlin einen Märchenfilm realisierte. Am Projekt beteiligt waren junge Musiker, Theaterschaffende und Schauspieler, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere standen und später zu namhaften Persönlichkeiten wurden. So auch Franz Schnyder (1910 bis 1993), der zur Zeit der Dreharbeiten an Theaterbühnen in Deutschland tätig war. Aufgrund der politischen Ereignisse konnte der Film aber nicht mehr fertiggestellt werden. 2016 - 83 Jahre später - wurde das Werk endlich vollendet und feierte seine Weltpremiere am Neuchâtel International Fantastic Film Festival.