Das vergessene Gift - Wie PCB uns alle belastet

  • Besonders in fetthaltigen Lebensmitteln findet man den Giftstoff PCB. Vergrößern
    Besonders in fetthaltigen Lebensmitteln findet man den Giftstoff PCB.
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  • In diesem Anbau des Gymnasiums in Ludwigsburg wurde der Giftstoff PCB gefunden. Vergrößern
    In diesem Anbau des Gymnasiums in Ludwigsburg wurde der Giftstoff PCB gefunden.
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  • In diesen unscheinbaren Fugen wurde das Gift PCB verwendet. Vergrößern
    In diesen unscheinbaren Fugen wurde das Gift PCB verwendet.
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  • PCB-haltige Außenfuge. Vergrößern
    PCB-haltige Außenfuge.
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  • In Häusern wie diesem lauert das Gift am häufigsten: Betonbauten aus den 60er und 70er-Jahren enthalten PCB in vielen Baustoffen. Vergrößern
    In Häusern wie diesem lauert das Gift am häufigsten: Betonbauten aus den 60er und 70er-Jahren enthalten PCB in vielen Baustoffen.
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Gesundheit, Dokumentation
Das vergessene Gift - Wie PCB uns alle belastet

SWR
Mi., 18.07.
20:15 - 21:00


Das Gift ist unsichtbar, aber allgegenwärtig: Fast alle von uns sind täglich Polychlorierten Biphenylen oder kurz dem Giftstoff PCB ausgesetzt. Die Verwendung dieser gefährlichen Chlorverbindung ist seit mehr als 30 Jahren verboten - und so geriet PCB vielfach in Vergessenheit. Doch auch heute noch belastet PCB alle noch. Städtisches Gymnasium Ludwigsburg: Eltern, Schüler und Lehrer machen sich große Sorgen um die Gesundheit Der Grund: Im Anbau der Schule wurde Ende 2016 wurde der Giftstoff PCB gefunden. Er lauert seit Jahrzehnten in den Klassenzimmern und wird dort täglich von Schülern und Lehrern eingeatmet. In ihrer Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder verlangen engagierte Eltern eine schnelle Lösung von der Stadt. "betrifft" begleitet die Eltern auf ihrem Weg, auf dem sie immer wieder auf Widerstände und Verharmlosung stoßen und zeigt, ob ihr Engagement am Ende Erfolg hat. Und Ludwigsburg ist kein Einzelfall. In Deutschland gibt es noch hunderte Schulen und öffentliche wie private Gebäude, in denen der Giftstoff PCB steckt. Verwendet wurde er speziell in Betonbauten der Sechziger und Siebziger Jahre. Denn PCB galt aufgrund seiner Langlebigkeit jahrzehntelang als Wundermittel. Fenster- oder Wandfugen wurden dank PCB elastisch und haltbar. Doch der Giftstoff gast aus den Fugen in die Raumluft aus und gelangt über die Atemluft in den menschlichen Körper. Nachdem man in den 70er Jahren herausfand, dass PCB krebserregend und erbgutschädigend ist, wurde die Verwendung Ende der achtziger Jahre verboten. Aber das verwendete PCB musste nicht entfernt werden. Neben Fugenmassen von Gebäuden wurden tausende Tonnen des Giftstoffes auch in Stromtransformatoren, Kondensatoren von Haushaltsgeräten und Farbanstrichen eingesetzt. Denn die Chemikalie ist schwer-entflammbar, nicht elektrisch leitend und vor allem extrem langlebig. Doch wegen dieser Langlebigkeit findet man das Gift bis heute überall, es hat sich in unserer Umwelt ausgebreitet und angereichert. Selbst wer nicht in belasteten Räumen arbeitet nimmt das Gift täglich über die Nahrung auf. Doch von offizieller Seite gibt es immer wieder Beschwichtigungen und Entwarnung - zu Unrecht, wie die Recherchen von betrifft zeigen. PCB baut sich kaum ab, ist deshalb noch heute in unserer unmittelbaren Umgebung und bedroht die Gesundheit. Und: Es handelt sich um ein Langzeitgift, dessen Folgen sich oft erst nach vielen Jahren zeigen. Zum Schutz für Menschen, die sich in belasteten Räumen aufhalten, wurden deswegen Raumluft-Grenzwerte festgelegt. Doch diese Grenzwerte bieten eben keinen ausreichenden Schutz vor dem toxischen Erbe, sagen Experten. Die Werte seien veraltet und viel zu hoch. Wissenschaftler fordern deren Anpassung und systematische Maßnahmen, das Gift aufzuspüren und zu beseitigen. Doch passiert ist bisher aber kaum etwas. Politik und Behörden sehen zumeist keinen Handlungsbedarf, geben immer wieder Entwarnung. PCB ist ein Gift, dem alle täglich ausgesetzt sind, von dem aber nur die wenigsten etwas wissen. "betrifft" begibt sich auf Spurensuche und fragt, warum PCB auch 30 Jahre nach dem Verbot immer noch eine Gefahr ist, wer ein Interesse daran hat, dass Giftstoff so in Vergessenheit geraten ist und wie wir uns schützen können.


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