David Bowie hat seine Identitäten als öffentliche Figur oft gewechselt und war damit meistens seiner Zeit voraus. Von der Ankunft des Major Tom zum Tod des Ziggy; von der ätherischen Erscheinung des Thin White Duke zum endgültigen Verschwinden von Button Eyes - jede Bewegung Bowies war unvorhersehbar. Alles war darauf ausgelegt, neugierig zu machen und herauszufordern. Trotzdem hat vielleicht keine Phase seiner Karriere mehr Faszination ausgelöst als seine letzten fünf Jahre. In seinem Film wird der Regisseur Francis Whately diese letzten Jahre von Bowie mit einem genauen Blick auf "The Next Day", "Blackstar" und "Lazarus" noch einmal Revue passieren lassen. Er wird zeigen, wie "The Next Day" thematisch und musikalisch brillant zusammenbringt, was vorher war, während "Blackstar" von überraschender musikalischer Originalität und Einsicht ist wie kaum etwas vorher in seinem Werk - und wie er mit seinem Musical "Lazarus" ein lange angestrebtes Ziel erreicht. Hier zeigt sich auch, wie David Bowie mit der Wiederaufnahme der Musikproduktion auch wieder zu den Kernthemen seines Lebens zurückkehrte. Es wird ein zusammenhängendes künstlerisches Werk sichtbar, das bisher vor allem als Bruch mit dem vorangehenden gesehen wird. Erhellender ist jedoch der Blick auf die Kontinuität in Bowies Werk. Sein Wille, über Spiritualität, Sexualität, Nostalgie, Ruhm und damit verbundene Gefühle zu kommunizieren, durchzieht alle seine großen Werke von den Sechzigern bis zum Schluss, und zwar mit einer Musik, die weit über die normale Palette eines Rockstars hinausgeht.