Mitten in der algerischen Wüstenlandschaft steht ein kleines Schulhaus, von den Gipfeln des Atlasgebirges umgeben. Hier unterrichtet der engagierte, aber introvertierte Franzose Daru die Kinder aus den Dörfern der Umgebung. Daru ist nur ein halbherziger Kolonialist. Deshalb weigert er sich zunächst auch, als ihm ein Polizist befiehlt, einen Gefangenen in die nächstgelegene Stadt zu bringen. Mohamed soll seinen Cousin getötet haben. Als Daru merkt, dass er sich dem Auftrag der Polizei nicht widersetzen kann, macht er sich mit Mohamed auf den Weg in die Stadt. Allerdings macht er das nach seinen eigenen Vorstellungen, sodass Mohamed sogleich von seinen Fesseln befreit wird. Ihr Weg führt sie durch Kampfgebiet, in der das französische Militär der Nationalen Befreiungsfront Algerien entgegentritt, und mehr als einmal geraten die beiden Männer in Lebensgefahr. Obwohl sie Feinde sein sollten, nähern sich Daru und Mohamed einander an. 1957 schrieb der in Algerien geborene, französische Schriftsteller Albert Camus die Erzählung «L'Hôte», auf Deutsch «Der Gast». Der französische Drehbuchautor und Regisseur David Oelhoffen nahm diese Geschichte als Basis für seinen Film «Den Menschen so fern» von 2014. Er erweiterte die Charaktereigenschaften der Figuren, ohne aber davon abzuweichen, was bereits bei Camus zentral war: Die Erkundung einer Beziehung zweier Männer, die entgegen der Zeitumständen keine Feinde werden, sondern sich auf Augenhöhe begegnen. Diese beiden Männer werden von Viggo Mortensen und Reda Kateb verkörpert. Mortensen, obwohl dänisch-amerikanischer Abstammung, spricht perfekt Französisch. Er wurde vor allem durch seine Mitwirkung in «Herr der Ringe» einem grossen Publikum bekannt. Im Kino war er zuletzt als Aussteiger in «Captain Fantastic» zu sehen. Reda Kateb, Doppelbürger Frankreichs und Algeriens, ist spätestens seit «Ein Prophet» ein vielbeschäftigter Schauspieler, war aber meist in Nebenrollen zu sehen. 2017 spielte er in «Django» erstmals eine Hauptrolle. «Loin des hommes» wurde an mehreren Festivals ausgezeichnet. Am Filmfestival Venedig war er für den Goldenen Löwen nominiert. SRF zeigt den Film im französischen Original mit deutschen Untertitel.