Vor 23 Jahren wurde er verhaftet. Im Mai 1995 ging Deutschlands berühmtester Baulöwe und Betrüger den Fahndern von FBI und BKA in Miami ins Netz. Jürgen Schneider hatte sich dort mit seiner Ehefrau Claudia über 13 Monate versteckt gehalten, nachdem er mit seiner Flucht aus Deutschland die größte Immobilienpleite der Nachkriegszeit ausgelöst hatte. Er hinterließ über 5 Milliarden D-Mark Schulden bei über 50 Banken. Nie zuvor war das Kreditgewerbe in Deutschland so über den Tisch gezogen worden. Aber nicht nur die Banken, auch viele, vor allem ostdeutsche Handwerksfirmen waren betroffen. Schneider hatte allein in der Leipziger Innenstadt in kurzer Zeit über 70 Gebäude aufgekauft und Sanierungen geplant, viele seiner Auftragnehmer aber nie bezahlt. So war der Zusammenbruch des Schneider-Imperiums auch ein großer Schlag für das Zusammenwachsen von Ost und West.