Heinz Wanner ist mit Leib und Seele Bauer und hat sein Leben lang den Inzing-Hof in Tirol geführt, der sich seit 1620 in Familienbesitz befindet. Noch heute erledigt er vieles per Hand, was man längst mit der Maschine machen könnte, und pflegt bewährte traditionelle Techniken, die seit Generationen in seiner Familie weitergegeben wurden. Da er bereits über 80 Jahre alt ist, sucht er einen Nachfolger. In seiner Familie gibt es niemand, aber der 22-jährige Johannes, Sohn einer befreundeten Bauernfamilie, hat gerade die Landwirtschaftsschule abgeschlossen und kommt auf den Inzing-Hof, um dort zu lernen und den Hof irgendwann zu übernehmen. Für viele Arbeiten, die Heinz noch mit der Hand erledigt, nutzt Johannes den Traktor. Aber er hat höchsten Respekt vor der Lebensleistung des erfahrenen Landwirts und der 400-jährigen Geschichte des Hofes. Sein Credo ist: "Der Bauer bleibst du" - was auf dem Hof passiert, soll weiter Heinz bestimmen, und Johannes will alles lernen. Filmemacher Benedikt Kuby begleitet in seinem bewegenden Dokumentarfilm die Begegnung zweier gegensätzlicher Generationen von Landwirten. Über seine Philosophie bei den Dreharbeiten sagt Kuby: "Mir war wichtig, den anderen Taktschlag, in dem dieser Bauer lebt, deutlich zu machen. Er hat einfach ein anderes Zeitgefühl. Und damit war klar, dass ich keinen schnellen Film machen kann, wie er dem Zeitgeist entsprechen würde. Diese Langsamkeit und diese langen Einstellungen sind notwendig, nur dann kommt man auch rein in den Film, in diese ganz besondere Atmosphäre." Regisseur Benedikt Kuby setzt auf authentische Bilder und gewährt einen faszinierenden Einblick in ein eigentlich längst vergangenes Bauernleben. Tobias Moretti, selbst ein Freund und Nachbar der Familie von Johannes, spricht den Off-Text. Enjott Schneider ("Herbstmilch"; Schlafes Bruder") komponierte die stimmungsvolle Musik, die die nachdenkliche Atmosphäre des Films ideal ergänzt. "Der Bauer bleibst du" wurde auf zahlreichen Festivals vom Publikum gefeiert und gewann auf dem Internationalen Bergfilm-Festival Tegernsee 2014 den Publikumspreis und den Großen Preis der Stadt Tegernsee.