Der Brandanschlag: Was macht Solingen?

  • Schülerin Alica (l) und Studentin Merve vor dem Mahnmal für die Opfer des Solinger Brandanschlags. Vergrößern
    Schülerin Alica (l) und Studentin Merve vor dem Mahnmal für die Opfer des Solinger Brandanschlags.
    Fotoquelle: WDR
  • Güldane überlebte als dreijähriges Kind den Brandanschlag. Sie wohnt auch heute in Solingen. Vergrößern
    Güldane überlebte als dreijähriges Kind den Brandanschlag. Sie wohnt auch heute in Solingen.
    Fotoquelle: WDR
  • Solingen, 29.05.1993: Das bei einem Brandanschlag zerstörte Haus der türkischen Familie Genç. Vier junge rechtsextreme Deutsche haben es aus Ausländerhass angezündet. Fünf türkische Kinder und junge Frauen starben in den Flammen. Vergrößern
    Solingen, 29.05.1993: Das bei einem Brandanschlag zerstörte Haus der türkischen Familie Genç. Vier junge rechtsextreme Deutsche haben es aus Ausländerhass angezündet. Fünf türkische Kinder und junge Frauen starben in den Flammen.
    Fotoquelle: WDR/imago
  • Das Mahnmal "Solinger Bürgerinnen und Bürger" erinnert vor der Mildred-Scheel-Schule, die Hatice Genc besuchte, an den rassistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genc, bei dem 1993 fünf Familienmitglieder getötet wurden. Vergrößern
    Das Mahnmal "Solinger Bürgerinnen und Bürger" erinnert vor der Mildred-Scheel-Schule, die Hatice Genc besuchte, an den rassistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genc, bei dem 1993 fünf Familienmitglieder getötet wurden.
    Fotoquelle: WDR/ddp
Report, Dokumentation
Der Brandanschlag: Was macht Solingen?

WDR
Mo., 28.05.
22:10 - 22:40


Über 5.000 Menschen haben sich in den letzten 25 Jahren am Mahnmal für die Opfer des Brandanschlags in Solingen beteiligt und sagen: "Wir müssen immer wieder erinnern an die schreckliche ausländerfeindliche Tat, die fünf Menschen das Leben gekostet hat". Zwei junge Frauen und drei Mädchen kamen im Haus der Familie Genc um, als es in der Nacht zum 29.5.1993 in Flammen stand. Heinz Siering war der Erste, der nicht nur redete, sondern handelte, als es darum ging, den Opfern in Solingen dauerhaft zu gedenken. Mit den Jugendlichen seiner Jugendhilfewerkstatt entwarf und baute er das Denkmal, das sich seitdem ständig vergrößert. Nicht zu vergessen, dafür kämpft auch Alica Desor. Die Abiturientin und Delegierte der Landesschülervertretung plant einen Sternmarsch aller Solinger Schülerinnen und Schüler am Gedenktag, dem 29. Mai. "Dass so eine schlimme Tat so nah an mich heranrückt, dass das in meiner Stadt passiert ist, ist für mich immer noch unvorstellbar." Deshalb engagiert sie sich beim Solinger Antirassismustag, wirbt für Toleranz gegenüber Migranten und ein gemeinsames Miteinander. Genau wie Merve Sahin. Die 22-jährige Studentin und Mitglied des Jugendstadtrates ist mit ihren Eltern vor 16 Jahren von der Türkei nach Solingen gezogen. Erst in der 9. Klasse hat sie erfahren, welche Vergangenheit die Stadt hat. Mit ihren Eltern kann sie kaum über den Anschlag reden. Zuviel Schmerz ist da, wenn man darüber spricht, was anderen Landsleuten damals hier passiert ist. Auch sie bereitet seit Jahren den Gedenktag mit vor und fordert: "Die Stadt soll auch in Zukunft zeigen, dass sie aus der Vergangenheit gelernt hat." Oberbürgermeister Tim Kurzbach ist sicher, dass die Bürger seiner Stadt zusammengewachsen sind und gemeinsam gegen Rassismus und Gewalt eintreten. Aus der Klingenstadt ist die Integrationsstadt geworden, in der Menschen aus 140 Nationalitäten friedlich zusammenleben, sagt er. Gemeinsam mit dem Solinger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage bereitet Kurzbach den 25. Jahrestag des Brandanschlages vor. Doch einer Studie zufolge, die an den Schulen der Stadt gerade durchgeführt wird, gibt es sie durchaus noch, die Diskriminierungserfahrungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Und es gibt die Solinger, die vergessen wollen, die nicht mehr jedes Jahr gedenken wollen. Der Film will zeigen, wie sehr Solingen mit dem Brandanschlag verbunden ist und wie das Gedenken - 25 Jahre danach - organisiert und gelebt wird.


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