Oerlikon und seine Umgebung: Eine Vorstadtwelt mit kalten Fabrikgebäuden, Wohnblöcken, Einkaufszentren, Automärkten, dazwischen schäbige Altbauten, Beizen und um die Ecke ein Kleinbordell. In diesem Milieu führt Alfons Grendelmann seine Detektiv-Auskunftei. Das harzige Geschäft hat der ehemalige Zürcher Polizeibeamte aus Enttäuschung aufgezogen: Weil er das Vergehen eines Vorgesetzten aufdeckte, erhielt er statt einer Auszeichnung eine Rüge. Der Fall wurde vertuscht. Jetzt will Grendelmann selbst für Gerechtigkeit sorgen. Doch da gerät er in eine Erpressergeschichte, die ihn überfordert. Die 18-jährige Marsha verkauft einem Geschäftsmann ein paar Illusionen allzu teuer. Der Mann wird mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft erpresst. Ein böses Spiel treibt das Flittchen ebenfalls mit dem Detektiv. Auch in ihm weckt sie Wünsche und Hoffnungen, und Grendelmann verstrickt sich in die Erpressergeschichte. Während des Sechstagerennens im Hallenstadion, einem Kulminationspunkt im Wettlauf um Ersatzbefriedigung und falsches Glück, stürzt für Grendelmann eine Welt zusammen. Hart wird er auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeworfen. Der Kriminalfall ist zu seinem persönlichen Fall geworden. «Die Tragik eines bürgerlichen Clowns, der aus seinen Illusionen und einer eigenhändig aufgebauten Scheinwelt in die Realität zurückgeholt wird», nannte die «Neue Zürcher Zeitung» die Geschichte des kleinen Privatdetektivs. Walo Lüönd hat die Rolle zur sorgsam porträtierten Charakterfigur gemacht, die neben tragischen Zügen auch ihre Komik hat. Prominente Schweizer Schauspieler finden sich neben ihm, darunter Annemarie Düringer, Ellen Widmann, Sigfrit Steiner, Walter Morath und Jörg Schneider. Bei den Dreharbeiten faszinierte Kurt Früh am meisten, dass er als Hintergrund eine Landschaft fand, die ihn schon lange beschäftigte: «Die Aussenquartiere Zürichs, wo am augenfälligsten das Wachstum einer Grossstadt zu zeigen war.» «Der Fall» wurde schliesslich auch zu Frühs eigenem Fall. Mit seiner Abkehr von der mittelständischen Idylle und mit seiner pessimistischen Weltsicht verstörte Früh sein bisheriges Publikum. Der von ihm selbst produzierte Film fand zwar die Anerkennung der Kritik, wurde aber ein finanzielles Desaster, das Kurt Frühs Karriere ein Ende setzte.