Der 1926 gedrehte Film ist der zweite, der in der Zusammenarbeit von Paul Czinner und Elisabeth Bergner entstanden ist. Czinner, gebürtiger Wiener, war Anfang der 1920er Jahre nach Berlin gekommen. Dort feierte Elisabeth Bergner als Darstellerin in Shakespeare-Inszenierungen große Erfolge, legendär ist ihre Darstellung der Rosalinde in "Wie es euch gefällt"; damit brillierte sich auch später im Exil in der 1936 entstandenen Verfilmung des Theaterstücks. Paul Czinner schrieb Elisabeth Bergner die Titelrolle vom "Geiger von Florenz" sozusagen auf den Leib. In Anlehnung an die Rollenmuster der Verwechslungskomödien von William Shakespeare erfindet er in der Rolle von Renée einen modernen Typus. Mit ihrer knabenhaften Erscheinung war Elisabeth Bergner für Hosenrollen und die Darstellung androgyner Charakter prädestiniert. So wechselt sie auch in diesem Film sehr virtuos die Rollenfächer - vom stürmischen jungen Mädchen, das heimlich in den Vater verliebt ist, über die renitent-provokative Schülerin bis hin zum coolen jungen Mann, der durch Italien trampt und schließlich bei einem Maler unterkommt. Eine längst fällige Wiederentdeckung ist dieser Film, der nach langen Jahren wieder in einer vollständigen Fassung vorliegt. Dazu schrieb der Frankfurter Musiker und Komponist Uwe Dierksen eine vielstimmige Ensemblemusik, die elegant und mit einem Schuss Ironie zwischen den verschiedenen Musik-Genres changiert. Ihre gefeierte Uraufführung erlebten die restaurierte Filmfassung und neu komponierte Musik auf den Ufa-Filmnächten 2018 in Berlin.