Die Dokumentation "Der Harpunenmann" begleitet einen 45-jährigen Mann während seines Hafturlaubs. Alain wurde zu einer 14-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem er versucht hatte, den Ehemann seiner Geliebten mit einem Harpunengewehr zu töten. Dieser war gewalttätig und hatte seiner Frau gedroht, sie umzubringen, wenn sie ihn verlasse. Viereinhalb Jahre hat Alain bereits verbüßt; nun hofft er, wegen guter Führung vorzeitig entlassen zu werden. Mit der Resozialisierung beginnt auch die harte Suche nach einer Arbeit und einer Wohnung. Ist Alain in der Lage, die vielen Hindernisse zu überwinden? Überraschungen und unerwartete Wendungen bringen seine Pläne immer wieder durcheinander. Da er ein Drittel seiner Haftstrafe verbüßt hat, darf er pro Monat 36 Stunden aus dem Gefängnis. Die Kamera hat Alain während dieser Zeit über insgesamt 18 Monate lang begleitet bis zu seinem Erscheinen vor dem zuständigen Gericht, das über seinen weiteren Weg entscheiden wird. Alain hat zwei Kinder im Alter von 19 und 21 Jahren, die bei ihrem über 70-jährigen Großvater leben. Nach Alains Tat brach die Familie auseinander und hat nicht wieder zusammengefunden. Bis heute leiden alle unter dem, was geschehen ist. Alain hofft auf seine baldige Entlassung, um seinem Vater helfen zu können. Wenigstens das sei er ihm schuldig. Was er am meisten vermisst, ist nicht die Freiheit, sondern seine Würde als handelnder Mensch.