Rob Cole kann das Ableben seiner Mutter nicht verhindern, dies obwohl er ihren nahenden Tod schon vor Eintritt erfühlen konnte. Eine besondere Gabe, die Rob sein ganzes Leben antreiben wird, um die Heilkunst zu erlernen. Unterschlupf findet der Waise bei einem umherfahrenden Bader . Dieser weiht ihn in die wenig zimperliche wie auch rudimentäre Heilkunst der «kleinen Leute» ein: So werden beispielswiese Hämorriden mit glühender Eisenstange ausgebrannt. Mit einem faulen Backenzahn wird ebenso verfahren. Offene Wunden? Auch da wird mit glühender Eisenstange hantiert. Die Jahre ziehen ins Land und Rob ist schon ein junger Mann, als er vom legendären Medicus Ibn Sina hört, der in Isfahan an einer Universität lehrt. Von Wissensdurst und Neugier angetrieben, bricht er als Jude getarnt nach Persien auf, um sich als Heiler ausbilden zu lassen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf der er auch der schönen Rebecca begegnet. Regisseur Philipp Stölzl adaptierte Noah Gordons 900 Seiten umfassenden Historienroman aus dem Jahre 1986 zu einem ebenso opulenten wie dichten Bildersturm. Gelungen ist ihm ein Abenteuerfilm, der sich nicht hinter seinen artverwandten Hollywood-Produktionen verstecken muss: Atemberaubende Wüstenlandschaften wechseln sich mit der düsteren Mittelalterwelt Grossbritanniens ab. Souverän gibt Ben Kingsley den Medicus Ibn Sina, die Lacher indessen räumt Stellan Skarsgard als Bader mit kauzigem Charme ab, während Olivier Martinez in seiner Rolle als gockeliger Shah Ala ad Daula richtiggehend aufblüht.