"Der König von Köln" ist eine Satire, eine fiktionale Filmerzählung, die sich aber von realen Ereignissen in der Stadt am Rhein inspirieren ließ. Die anschließende Dokumentation erzählt die Hintergründe des tatsächlichen Geschehens - eines der größten Wirtschaftsskandale in Deutschland. Angefangen hat Josef Esch aus dem rheinischen Troisdorf als Maurerpolier. Ein Mann aus kleinen Verhältnissen, bald ein kleiner Baulöwe an der Kölner Peripherie. Josef Esch schaffte den Aufstieg zu einem der größten und mächtigsten Immobilien-Entwickler und Vermögensverwalter des Landes. In den 90er Jahren stieg der Mann vom Bau in die ersten Kreise der Kölner Gesellschaft auf. Dabei behilflich waren die vornehmen Inhaber der größten europäischen Privatbank Salomon Oppenheim & Cie. In ihrem Umfeld lernte er das who-is-who des deutschen Geldadels kennen - vom Schuh-Milliardär Deichmann über den Bofrost-Gründer Boquoi bis zur Quelle-Erbin Schickedanz. Der Mann vom Bau kümmerte sich nicht nur um Geldanlagen, sondern nahm den Wohlhabenden und Einflussreichen auch allerlei andere Sorgen ab, besorgte auf Wunsch den passenden Handwerker ebenso wie die gewünschte Traumvilla oder Jacht und machte sich auf diese Weise unentbehrlich. Gemeinsam mit den Grafen und Baronen aus dem Hause Oppenheim legte Josef Esch milliardenschwere Immobilien-Fonds auf, die sogenannten Oppenheim-Esch-Fonds. Kernstück waren große Bauprojekte zusammen mit der öffentlichen Hand wie zum Beispiel der Neubau der Kölner Messe. Die Oppenheim-Esch-Fonds entwickelten sich zum Geheimtipp für Geldanlagen von Multimillionären und Milliardären. Die Renditen waren erstklassig - allerdings zu Lasten des Steuerzahlers, wie sich später zeigen sollte. Die große Esch-Sause endete für den Bau-Mogul und die Banker vor Gericht. Esch wurde wegen Steuerhinterziehung und unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften, seine adeligen Geschäftspartner wegen schwerer Untreue verurteilt. Für die vornehme Privatbank Sal. Oppenheim endete das Abenteuer im Desaster. Ebenfalls mit von der Partie: Thomas Middelhoff, einst gefeierter Bertelsmann-Star und später vermeintlicher Karstadt-Retter. Er wurde am Ende wegen Untreue verurteilt, im Gerichtssaal verhaftet und ist inzwischen insolvent. Der Film seziert, wie trickreich Josef Esch an die Milliarden-Aufträge kam und welche Rolle die adligen Inhaber des Bankhauses Oppenheim dabei spielten; und wie schließlich die Warenhaus-Kette Karstadt in den Sog der Esch-Projekte und später ebenfalls in die Pleite geriet. Ein Skandal mit Star-Besetzung: in den Hauptrollen, der schillernde Investment-Star Thomas Middelhoff und die milliardenschwere Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die am Ende einen Großteil Ihres Vermögens verlor. Autoren sind Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann, die auf eine zehnjährige Recherche zum Fall Josef Esch zurückgreifen können und zwischen 2005 und 2015 für den WDR zahlreiche preisgekrönte Dokumentationen dazu realisierten, die immer wieder bundesweit für Schlagzeilen sorgten.