In "Der Rassist in uns" zeigen die Sozialpsychologin Prof. Dr. Juliane Degner und der Sozialpädagoge Prof. Dr. Mark Schrödter die Mechanismen der Diskriminierung auf. 39 Menschen haben sich bereit erklärt, an einem Selbstversuch teilzunehmen, ohne genau zu wissen, was auf sie zukommt. In dem Antirassismus-Training, das die Teilnehmer erwartet, werden sie anhand ihrer Augenfarbe in zwei Gruppen eingeteilt. Die Blauäugigen werden von Beginn an gedemütigt, während die Braunäugigen erfahren, wie stark das Gefühl der Macht sein kann und wie sehr es verunsichert. Widerspruch und Aufbegehren werden von Anti-Rassismus-Trainer Jürgen Schlicher durch unbarmherzig autoritäres Auftreten sofort unterbunden. Ziel ist es, zu zeigen, mit welchen Gefühlen Menschen ihr Leben lang zu kämpfen haben, die wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Neigung oder ihres Geschlechts benachteiligt werden. Das Geschehen wird von Sozialpsychologin Prof. Dr. Juliane Degner und dem Sozialpädagogen Prof. Dr. Mark Schrödter zusammen mit Moderator Amiaz Habtu an Monitoren in einem Nebenraum verfolgt. Dabei kommentieren sie das Verhalten der Teilnehmer, zeigen die Mechanismen der Diskriminierung auf und machen deutlich, in welchen Situationen diese Tag für Tag in Deutschland spürbar ist. Am Ende des vierstündigen Selbstversuchs steht eine Diskussionsrunde. Gemeinsam sprechen alle Teilnehmer über ihre Erfahrungen im Workshop und in ihrem Alltag. Zudem zeigen die Experten Möglichkeiten auf, wie man im Alltag gegen Diskriminierung vorgehen kann. Das Anti-Rassismus-Training basiert auf einer Idee der amerikanischen Lehrerin Jane Elliott aus dem Jahr 1968. Kurz nach der Ermordung von Martin Luther King wollte die Pädagogin ihren Schülern demonstrieren, wie es sich anfühlt einer herabgesetzten Gruppe von Menschen anzugehören.