Seit vielen Jahren lebt und arbeitet Val (Regina Casé) als Haushälterin bei einer wohlhabenden Familie im Reichenviertel von São Paulo. Pflichtbewusst und mit Hingabe kümmert sie sich um alles und erträgt so manches. Sie lässt sich von ihrer Chefin, Frau Bárbara , einer ehrgeizigen Karrierefrau, herumkommandieren und umhegt deren neurotischen Gatten Carlos (Lourenço Mutarelli). Für den 17-jährigen Sohn Fabinho , der am liebsten mit seinen Freunden beim Kiffen abhängt, ist Val wie eine zweite Mutter. Von allen wird ihr immer wieder versichert, dass sie längst zur Familie gehört. Doch Val weiss genau, wo ihr Platz in der strikten Hierarchie der brasilianischen Gesellschaft ist. Nie würde sie sich erlauben, am Tisch mit der Familie zu essen oder gar deren Swimming Pool zu benutzen. Immer wahrt sie die nötige Distanz. Eines Tages erhält sie überraschend einen Anruf von ihrer Tochter Jéssica, die sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Diese will nach São Paulo kommen, um die Aufnahmeprüfung an der Universität zu machen. Mit der Ankunft der jungen Frau gerät nicht nur Vals Weltbild, sondern auch das strenge Machtgefüge im Haus ins Wanken. Denn Jéssica ist nicht bereit, sich den starren Standesregeln unterzuordnen und mischt den Haushalt gehörig auf. Der «Spiegel» nannte «Ein Sommer mit Mamã» eine «erstaunliche, wilde und herzergreifende Klassenkampfkomödie». Der Film feierte seine Premiere am Sundance Film Festival 2015 und gewann den Publikumspreis der Sektion Panorama an der Berlinale.