Der Südwesten von oben

  • Pfahlbauten Unteruhldingen (Bodensee). Vergrößern
    Pfahlbauten Unteruhldingen (Bodensee).
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Vidicom
  • Meersburg am Bodensee. Vergrößern
    Meersburg am Bodensee.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Vidicom
  • Der Riedsee ist mit rund 10 Hektar die größte Wasserfläche im Moorgebiet des Wurzacher Ried. Wie viele Seen in der Gegend ist auch er aus einem alten Torfstich entstanden. Als Naturschutzgebiet werden die alten Nutzflächen heute renaturiert - aber nicht durch den Mensch, sondern durch den Biber. Vergrößern
    Der Riedsee ist mit rund 10 Hektar die größte Wasserfläche im Moorgebiet des Wurzacher Ried. Wie viele Seen in der Gegend ist auch er aus einem alten Torfstich entstanden. Als Naturschutzgebiet werden die alten Nutzflächen heute renaturiert - aber nicht durch den Mensch, sondern durch den Biber.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Vidicom
  • Walter Zwick (42) und seine Seekuh sorgen am Altshauser Weiher dafür, dass im Schnitt jährlich 50.000 Badegäste weiter planschen und schwimmen können. Eine kleine Wasserfläche erhält er mit seiner Seekuh, einem Mähboot, frei und sorgt so dafür, dass die Natur sich nicht auch diesen kleinen See einverleibt. Vergrößern
    Walter Zwick (42) und seine Seekuh sorgen am Altshauser Weiher dafür, dass im Schnitt jährlich 50.000 Badegäste weiter planschen und schwimmen können. Eine kleine Wasserfläche erhält er mit seiner Seekuh, einem Mähboot, frei und sorgt so dafür, dass die Natur sich nicht auch diesen kleinen See einverleibt.
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  • Maurice Neef und sein Hund, der Leonberger Rüde Endor, sind Teil eine 19-köpfigen Rettungshundestaffel im Südwesten. Vergrößern
    Maurice Neef und sein Hund, der Leonberger Rüde Endor, sind Teil eine 19-köpfigen Rettungshundestaffel im Südwesten.
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  • In der Segelmanufaktur in Tettnang am Bodensee arbeitet Elke Maier (45). Sie näht hier seit einigen Jahren die Segel für die Regattasegler am Bodensee. Vergrößern
    In der Segelmanufaktur in Tettnang am Bodensee arbeitet Elke Maier (45). Sie näht hier seit einigen Jahren die Segel für die Regattasegler am Bodensee.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Vidicom
  • Mit über 330 Hektar Fläche ist der Laacher See das größte Eifelmaar. Auch die Fischerei von Ansgar Hehenkamp (42) ist Teil des Klosterbetriebes in Maria Laach - ein Mönch ist er aber nicht. Vergrößern
    Mit über 330 Hektar Fläche ist der Laacher See das größte Eifelmaar. Auch die Fischerei von Ansgar Hehenkamp (42) ist Teil des Klosterbetriebes in Maria Laach - ein Mönch ist er aber nicht.
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  • Lutz Gehring ist Höhlenforscher im Aachtopf, der größten Quelle Deutschlands. Keiner weiß, wie weit sich sich das unterirdische System durch das Gestein der Ostalb zieht. Wie verläuft das Wasser, das sich hier durch Regen und Grundwasser zu Seen bildet? Und wie sind die Karstquellen mit dem Bodensee verbunden? Vergrößern
    Lutz Gehring ist Höhlenforscher im Aachtopf, der größten Quelle Deutschlands. Keiner weiß, wie weit sich sich das unterirdische System durch das Gestein der Ostalb zieht. Wie verläuft das Wasser, das sich hier durch Regen und Grundwasser zu Seen bildet? Und wie sind die Karstquellen mit dem Bodensee verbunden?
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  • Yvonne Christoffers sieht sich als Vertreterin der Biber in der Öffentlichkeit und möchte zeigen, dass Biber keine zerstörerischen Tiere sind, sondern sogar Nützlinge. Vergrößern
    Yvonne Christoffers sieht sich als Vertreterin der Biber in der Öffentlichkeit und möchte zeigen, dass Biber keine zerstörerischen Tiere sind, sondern sogar Nützlinge.
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Natur+Reisen, Landschaftsbild
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D
3sat
So., 17.06.
08:10 - 08:55
Unsere Seen


Im Südwesten Deutschlands liegt jeder dritte deutsche See. In luftigen Höhen geht es diesmal an den Bodensee, an die Maare der Vulkaneifel und an die Westerwälder Seenplatte. Der Bodensee, das "schwäbische Meer", entstand, als vor 12 000 Jahren die letzten Eiszeitgletscher schmolzen. An seinen Ufern entstand die größte Siedlungsdichte der prähistorischen Zeit. Der Bodensee lieferte den Menschen der Jungsteinzeit Trinkwasser und Nahrung. Seen prägen auch das Gesicht einer Landschaft. Dabei sind sie wahre Verwandlungskünstler. In den Mooren kämpft das Land noch mit dem Wasser - und behält meistens die Oberhand. Im Wurzacher Ried hilft der Biber bei der Renaturierung des stillgelegten Torf-Abbaus. Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Die Westerwälder Seenplatte etwa ist einem Grafen zu verdanken, der im 17. Jahrhundert einen Fischteich nach dem anderen graben ließ. Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoir wie die Primstalsperre im Saarland oder als Stromquelle wie der Schluchsee, der als Pumpspeicherwerk auch Strom speichern kann. Eher unauffällig, aber sehr beliebt sind Seen, die ihre Entstehung dem Bagger verdanken. Durch Kiesabbau füllten sich ihre Löcher mit Grundwasser, und die Gemeinden in der Nachbarschaft bekamen so ihre Freizeit-Seen. Etliche dieser Baggerseen liegen entlang des Rheins. Einige Seen des Südwestens sind Fenster in die Erdgeschichte wie die Maare der Vulkaneifel, deren Krater sich mit Wasser gefüllt haben. Andere Seen sind interessant dank der Menschen, die sie nutzen. Der Klosterfischer Ansgar Hehenkamp am Laacher See hat einen Arbeitsplatz, um den ihn viele beneiden. Wenn er frühmorgens seine Netze einholt, wird er eins mit der Natur und seinen Vorgängern, die in der Steinzeit mit Netzen aus Frauenhaar die Felchen aus dem See holten. Auf der schwäbischen Alb sucht der Höhlenforscher Lutz Gehring unterirdische Seen, die im Karstgebirge der Alb ein Netzwerk bilden. Eine ganz andere Sicht auf den See hat Kirsten Söller, die im Burkheimer Baggersee am Fuße des Kaiserstuhls neue Schwimmanzüge im Design einer Meerjungfrau testet und mittlerweile sogar davon lebt.
Jeder dritte deutsche See liegt im Südwesten, der größte ist der Bodensee. Das "schwäbische Meer" entstand, als vor 12.000 Jahren die letzten Eiszeitgletscher schmolzen. An seinen Ufern siedelten sich Menschen an, es entstand die größte Siedlungsdichte der prähistorischen Zeit. Der Bodensee lieferte den Menschen der Jungsteinzeit Trinkwasser und Nahrung; Pfahlbauten boten Schutz vor wilden Tieren und Überschwemmungen.
Seen prägen das Gesicht des Südwestens, und sie sind wahre Verwandlungskünstler. In den Mooren kämpft das Land noch mit dem Wasser und behält meistens die Oberhand. Im Wurzacher Ried hilft der Biber bei der Renaturierung des stillgelegten Torf-Abbaus
Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Die Westerwälder Seenplatte etwa ist einem Grafen zu verdanken, der im 17.Jahrhundert einen Fischteich nach dem anderen graben ließ. Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoir wie die Primstalsperre im Saarland oder als Stromquelle wie der Schluchsee, der als Pumpspeicherwerk auch Strom speichern kann. Eher unauffällig, aber sehr beliebt sind Seen, die ihre Entstehung dem Bagger verdanken. Durch Kiesabbau füllten sich ihre Löcher mit Grundwasser, und die Gemeinden in der Nachbarschaft bekamen so ihren Freizeitsee. Etliche dieser Baggerseen liegen entlang des Rheins.
Die Annäherung von oben erlaubt, in der Landschaft wie in einem Buch zu lesen. Es lohnt sich, auf diese Reise mitzukommen, und die spannendsten Seen des Südwestens kennenzulernen. Einige sind Fenster in die Erdgeschichte wie die Maare der Vulkaneifel, deren Krater sich mit Wasser gefüllt haben. Andere Seen sind interessant dank der Menschen, die sie nutzen. Der Klosterfischer Ansgar Hehenkamp am Laacher See hat einen Arbeitsplatz, um den ihn viele beneiden.


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