Der "Tyrannosaurus" von Tambach-Dietharz

  • Orobates papsti. Einer von 13 Ursaurierarten und 44 Skeletten die auf dem Bromacker beim Tambach-Dietharz gefunden wurden. Vergrößern
    Orobates papsti. Einer von 13 Ursaurierarten und 44 Skeletten die auf dem Bromacker beim Tambach-Dietharz gefunden wurden.
    Fotoquelle: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
  • Heute wissen Wissenschaftler, dass es sich bei dem Handtier um ein Scheinkrokodil handelte. Auf der Bertholdsburg in Schleusingen erzählen Rekonstruktionen und originale Fährtenplatten ihre Geschichte. Vergrößern
    Heute wissen Wissenschaftler, dass es sich bei dem Handtier um ein Scheinkrokodil handelte. Auf der Bertholdsburg in Schleusingen erzählen Rekonstruktionen und originale Fährtenplatten ihre Geschichte.
    Fotoquelle: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
  • Auch die Saurier, die auf dem Bromacker gefunden wurden, waren vermutlich Opfer einer Schlammlawine. Das Gelände bei Tambach-Dietharz ist weltberühmt. Es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem Skelette und Fährten aus der Zeit des Perm vor 290 Millionen Jahren gefunden wurden. Vergrößern
    Auch die Saurier, die auf dem Bromacker gefunden wurden, waren vermutlich Opfer einer Schlammlawine. Das Gelände bei Tambach-Dietharz ist weltberühmt. Es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem Skelette und Fährten aus der Zeit des Perm vor 290 Millionen Jahren gefunden wurden.
    Fotoquelle: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
  • Verschiedene Tiere hatten ihre Spuren hinterlassen. Am beeindruckendsten war eine Fährte, die wie eine Reihe von Handabdrücken aussah. Ihre Erzeuger wurden deshalb Handtiere genannt. Vergrößern
    Verschiedene Tiere hatten ihre Spuren hinterlassen. Am beeindruckendsten war eine Fährte, die wie eine Reihe von Handabdrücken aussah. Ihre Erzeuger wurden deshalb Handtiere genannt.
    Fotoquelle: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
  • Branchiosaurier unterm Mikroskop Vergrößern
    Branchiosaurier unterm Mikroskop
    Fotoquelle: MDR/Falk Fleischer
  • Katastrophe in Stein. Der Ursaurier wurde vor rund 290 Millionen Jahren von einer Schlammlawine begraben. Von seinem dramatischen Tod erzählt der Kotstein, der noch heute in seinem Darm steckt. In seiner Panik wollte er den Darm entleeren, schaffte es aber nicht mehr. Vergrößern
    Katastrophe in Stein. Der Ursaurier wurde vor rund 290 Millionen Jahren von einer Schlammlawine begraben. Von seinem dramatischen Tod erzählt der Kotstein, der noch heute in seinem Darm steckt. In seiner Panik wollte er den Darm entleeren, schaffte es aber nicht mehr.
    Fotoquelle: MDR/Renè Fischer
Report, Dokumentation
Der "Tyrannosaurus" von Tambach-Dietharz

MDR
Di., 23.10.
20:45 - 21:15


Die weltweit ergiebigste Quelle für Ursaurier liegt in Thüringen. Nirgendwo auf der Welt kann man so viele und so gut erhaltene Saurier-Fossilien finden wie am "Bromacker" bei Tambach-Dietharz. Den ersten Knochen entdeckte der Geologe Dr. Thomas Martens vor 45 Jahren in einem alten Steinbruch. 1978 konnte er endlich mit wissenschaftlichen Grabungen beginnen, die sein Lebenswerk wurden. Fast jeder Skelettfund wurde zu einer Weltsensation. Neben etlichen Insekten- und Pflanzenversteinerungen wurden 40 Skelette von zwölf verschiedenen Ursaurierarten geborgen. Der "erste aufrecht gehende Thüringer" - eine 26 Zentimeter lange Echse - sieht aus wie eine Miniaturausgabe des bekannten Dinosauriers Tyrannosaurus rex. Ein Schmuckstück sind zwei nebeneinander liegende Amphibien der Gattung Seymouria, die als "Tambacher Liebespaar" bezeichnet werden. Sie alle stammen aus dem Unteren Perm, einem Erdzeitalter vor rund 290 Millionen Jahren. Verwandte wurden in Texas, Utah und New Mexico in den USA gefunden. Fast 20 Jahre kamen deshalb amerikanische Kollegen jeden Sommer zu Grabungen nach Thüringen. Gemeinsam lieferten die Paläontologen einen weiteren Beweis, dass alle heutigen Kontinente damals zusammenhingen und den Urkontinent Pangäa bildeten. Die Wissenschaftler stehen in einer großen Thüringer Tradition der Saurierforschung. Der weltweit erste, beschriebene Saurier wurde in Thüringen gefunden, genauso wie die ersten Saurierfährtenplatten der Welt. Das alles wird in Schleusingen im Naturhistorischen Museum auf der Bertholdsburg erzählt. Direktor Dr. Ralf Werneburg ist Spezialist für frühe Amphibien und auf internationalen Grabungen gefragt. Derzeit gräbt er mit einem kleinen Team und dem Geologen des Nationalen Geoparks Inselsberg-Drei Gleichen in Bad Tabarz nach fossilen Spuren einer Fluss- und Seenlandschaft vor 295 Millionen Jahren. Tatsächlich fanden sie einen Schädel, der zu einer neuen Art gehören könnte und jede Menge kleiner Branchiosaurier - Amphibien dicht an dicht "wie in einer Sardinenbüchse". Der Steinbruch in Bad Tabarz bietet Forscherarbeit für Jahrzehnte und auch der Bromacker, nur ein paar Kilometer entfernt, hat längst nicht alle Geheimnisse preisgegeben. Schritt für Schritt übergibt Dr. Thomas Martens daher sein Vermächtnis an Dr. Tom Hübner, seinem Nachfolger im Gothaer Schloss Friedensstein. Dort werden die weltbedeutenden Funde in einem Depot aufbewahrt - für die Forschung und für eine Ausstellung, die es irgendwann geben soll.


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