Der große Anfang - 500 Jahre Reformation

  • Harald Lesch in der Lutherstube im Lutherhaus in Wittenberg. Vergrößern
    Harald Lesch in der Lutherstube im Lutherhaus in Wittenberg.
    Fotoquelle: ZDF/Hans Jakobi
  • Harald Lesch steht vor dem Altar in der Stadtkirche in Wittenberg. Vergrößern
    Harald Lesch steht vor dem Altar in der Stadtkirche in Wittenberg.
    Fotoquelle: ZDF/Hans Jakobi
  • Harald Lesch auf Luthers Weg über die Alpen: der Septimerpass in der Schweiz. Vergrößern
    Harald Lesch auf Luthers Weg über die Alpen: der Septimerpass in der Schweiz.
    Fotoquelle: ZDF/Hans Jakobi
Report, Kirche und Religion
Der große Anfang - 500 Jahre Reformation

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
ZDFneo
Mo., 24.12.
07:30 - 08:15
Das Feuer


Die Weltordnung des europäischen Mittelalters ist wie ein Kartenhaus. Ein ausbalanciertes Gebilde, dessen Fundament die Kirche ist, bricht unter der Kritik Luthers zusammen. Prompt nehmen an allen Ecken selbst ernannte Prediger die Rolle der Kirche ein und füllen das Vakuum. Ein besonders abschreckendes Beispiel entdeckt Harald Lesch in Münster. Zunächst waren die Täufer eine Bewegung von unten. Sie gehorchen keiner Autorität und berufen sich dabei auf Luther. Später aber wollen sie in der westfälischen Stadt ein "Neues Jerusalem" begründen. Und sie regieren mit Gewalt. Manche nennen die Täufer heute die "Taliban des 16. Jahrhunderts". Doch auch andere nutzen die Gunst der Stunde. So versuchen die deutschen Landesherren und zum Beispiel auch der englische König, ihre Macht zu festigen. Und in dieser politisch aufgeheizten Stimmung bekommt die Reformation auch noch ihren Sexskandal. Warum erlaubt Luther Bigamie und lässt zu, dass Landgraf Philipp von Hessen eine zweite Frau heiratet? Heute bekäme Luther dafür einen Shitstorm. Der Reformator wird weiterhin verehrt, aber die Reformation ist ihm entglitten. Die Macht seiner Worte hat er überschätzt. Luther hat Entwicklungen angestoßen, deren Folgen er nicht absehen konnte. Er wird verbittert, immer griesgrämiger und immer dicker. In dieser Zeit entstehen die sogenannten "Judenschriften" Luthers. Harald Lesch sucht auch auf die Frage nach dem Antisemitismus des Reformators eine Antwort, spricht mit dem Lutherexperten Thomas Kaufmann und findet an der Stadtkirche zu Wittenberg ein Relief als Sinnbild des damaligen Judenhasses. Die Reformation ist zwar ohne Luther nicht denkbar, aber sie ist mehr als das. Sie hat sich emanzipiert und wurde ein Geschehen mit anderen Protagonisten und unvorhersehbarem Ausgang. Die Folgen der Reformation führen bis nach England und Amerika. Der Glaube vieler Menschen verändert sich und mit ihm die Lebensgeschichten und die Landkarte Europas - und weit darüber hinaus.


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