Massenschlachten, Hungersnöte, Pest und Cholera: Unvorstellbare dreißig Jahre lang verwüsten Heerführer und marodierende Söldnertruppen ab 1618 halb Europa. Es ist ein komplexer und vielschichtiger Konflikt: Auf der einen Seite bekämpfen sich, ein Jahrhundert nach der Reformation, Katholiken und Protestanten. Auf der anderen Seite ist es ein Ringen um die Vorherrschaft auf dem Kontinent, bei dem fast alle europäischen Großmächte ihre Finger mit im Spiel haben. Mit fatalen Folgen: Im ersten europäischen Flächenbrand sterben allein in "teutschen Landen" etwa vier Millionen Menschen. Als es endlich zu Friedensverhandlungen kommt, einigen sich die Kriegsparteien hierfür auf zwei Orte im Herzen Europas: Münster und Osnabrück. Hier wird wird fünf Jahre lang auf dem ersten internationalen Kongress um die Zukunft des Kontinents gerungen. Der Kampf auf den Schlachtfeldern wird gleichsam auf dem diplomatischen Parkett fortgesetzt. Doch es sind nicht die Herrscher aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, aus Frankreich, Spanien, Schweden und den Niederlanden, die am Verhandlungstisch in Münster und Osnabrück sitzen. Es ist ein reiner Kongress der Gesandten, die im Auftrag ihrer Herrscher verhandeln. Das Doku-Drama "Der lange Weg zum Frieden" konzentriert sich auf die Westfälischen Friedensverhandlungen und seine Akteure. Damit rückt er erstmals die Friedensmacher in den Mittelpunkt einer filmischen Auseinandersetzung mit dem Dreißigjährigen Krieg und nicht die Kriegsherren. Mit doku-dramatischen Mitteln erweckt der Film die spannenden Verhandlungen zum Leben und zeigt eindrücklich, mit wie viel List und Überzeugungsarbeit bis zuletzt um den Frieden gekämpft werden musste. In einer verdichteten Kernhandlung stellt der Film schillernde Protagonisten in den Mittelpunkt, wie die beiden Chefunterhändler des Habsburgischen Kaisers, Maximilian von Trauttmansdorff und Isaac Volmar; den Vertreter Frankreichs, Henri II. d'Orléans; den Herzog von Longueville, sowie die schwedischen Hauptgesandten Johan Oxenstierna und Johan Adler Salvius. Gleichzeitig taucht der Film immer wieder in die Stadtgeschichten von Münster und Osnabrück zur Zeit der Verhandlungen ein und recherchiert mit Experten und Wissenschaftlern in Archiven und an Originalschauplätzen des Dreißigjährigen Krieges. So macht er auch ein Stück Alltagsgeschichte der Zeit sichtbar. Mit dem Westfälischen Frieden, der am 24. Oktober 1648 feierlich von allen Beteiligten unterzeichnet wurde, endet die bis dahin blutigste Epoche in Europa. Das Friedenswerk begründet zugleich eine neue Ordnung für das Zusammenleben der Menschen, die dem Prinzip gleichberechtigter, souveräner Staaten folgt.