Der nächste Gegner ist immer der Teuerste
Info, Menschen • 09.06.2021 • 23:45 - 00:45
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Originaltitel
Der nächste Gegner ist immer der Teuerste
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2010
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Der nächste Gegner ist immer der Teuerste

Es war das große Erdbeben im deutschen Fußball. Vor 50 Jahren wurden zahlreiche Spielmanipulationen und Zahlungen von Bestechungsgeldern öffentlich. Ein Skandal, den kaum jemand für möglich gehalten hatte. WDR Fernsehen zeigt die Dokumentation erneut anlässlich des 50. Jahrestages des Bestechungsskandals. Fußball-Bundesliga, Frühjahr 1971. Der Abstiegskampf war in vollem Gange. Und in vielen Vereinen, in den es sportlich nicht lief, wurde mit Geld nachgeholfen. Beteiligt waren Funktionäre, Trainer und Spieler u.a. von Schalke 04, Rot-Weiß Oberhausen, MSV Duisburg, Arminia Bielefeld und dem 1. FC Köln. Besonders die Bielefelder spielten damals eine zentrale Rolle. Es waren hauptsächlich ehrenamtliche Funktionäre am Werk: "Das waren im Privatleben alles Superkerle", erinnert sich Gerd Roggensack, ehemaliger Kapitän der Bielefelder, "auf die konntest du dich hundertprozentig verlassen. Von dem Geschäft hatten die keine Ahnung, die kannten keinen und sind da irgendwie reingestolpert. Die haben sich nicht aus Geldgier schuldig gemacht, sondern weil sie Fans ihres Vereins waren." Und genauso amateurhaft liefen die Manipulationen ab: Vermeintlich erkaufte Siege kamen nicht zustande, da man vergessen hatte, die Spieler des Gegners zu bestechen. Koffer voller Bargeld landeten in der falschen Umkleidekabine. Da verhandelten Spieler gleich mit drei Vereinen und trieben die Preise hoch, nach dem Motto: "Der nächste Gegner ist immer der Teuerste." Und es flatterten auch mal Tausendmarkscheine über eine Tribüne, weil ein Geldbote vor Schreck den Geldkoffer fallen gelassen hatte. Am 6. Juni 1971 ließ Horst-Gregorio Canellas, Präsident der gerade abgestiegenen Offenbacher Kickers, die Bombe platzen. Während die Bielefelder den erkauften Klassenerhalt mit einer feuchtfröhlichen Party feierten, spielte Canellas auf seiner Geburtstagsparty ein Band vor. Denn er hatte einige "Verhandlungen" mit Spielern aufgezeichnet, u.a. mit Manfred Manglitz vom 1. FC Köln. "Das war eine Saison, wo vieles zusammen kam. Der eine wollte gewinnen, der andere wollte aber nicht, dass die gewinnen. Man brauchte eigentlich nur ganz normal spielen - von irgendwem kam das Geld. Entweder Siegprämie oder man hat verloren", erzählt Manglitz heute. In der Dokumentation von Guido Niebuhr und Heiko Schäfer erzählen ehemalige Bundesliga-Profis die Geschichte eines beispiellosen Skandals. Die Interviews werden ergänzt durch Originalausschnitte und nachgestellte Szenen wie zum Beispiel die der legendären Bielefelder Nichtabstiegsfeier in Travemünde."
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