60er-Jahre in der westfälischen Provinz: Die Blaschkes sind als Flüchtlinge aus den Ostgebieten gekommen. Durch Fleiß und Beständigkeit hat es Ludwig im Lebensmittelhandel nun zu etwas gebracht und kann sich von seinem stetig wachsenden Wohlstand auch einiges leisten. Seine Frau Elisabeth ist weniger begeistert von den ständigen Expansionsplänen und teuren Autokäufen, mit denen er ihrer Meinung nach seine Schuldgefühle zu kompensieren sucht. Sie hätte viel lieber ihren Sohn zurück, der als Kleinkind bei der Flucht über das zugefrorene Haff im allgemeinen Chaos verloren ging. An Elisabeth nagen Ängste und Zweifel aus dieser Zeit. Als die Eltern von der Existenz eines Findelkindes erfahren, schöpfen sie neue Hoffnung. Die Mutter lässt nicht locker und so lenkt der widerwillige Vater ein, die Suche mittels eines neuen Verfahrens eines erbbiologischen Gutachtens zu verfeinern. Am meisten leidet der nachgeborene Sohn Max unter der Situation. Der große Bruder nimmt einen zentralen Platz in der Familie ein. Max wird von seinen Eltern kaum mehr wahrgenommen, da sich alles um die nervenaufreibende Suche nach dem Verlorenen dreht. Für Max wird der größte Wunsch der Eltern zum Albtraum: Er möchte keinesfalls, dass der Bruder zurückkehrt.