Um die Launen des Kaisers zu finanzieren, werden mit immer unverschämteren Mitteln Steuern eingezogen. Ein neues Gesetz fordert, dass täglich von jedem Bürger eine neue farbige Plakette, eine "Kleidermarke", für viel Geld gekauft werden muss. Der Waisenjunge Tobias bestreitet seinen Lebensunterhalt damit, den Reichen die Kleidermarken zu klauen und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Oberhofschneider Lorenzo muss sich schnell etwas Ungewöhnliches, etwas vollkommen Neues einfallen lassen, wenn er in der Gunst seines Herrn bleiben möchte. Tobias wird zum rettenden Engel. Die neue Kollektion bringt das noch nie Dagewesene: Lumpenmode für den Kaiser! Diesem gefällt die Kollektion. Aus Versehen reißt er während der Anprobe einen Ärmel ab. Die Umstehenden sind entsetzt, doch der Kaiser ist geradezu entzückt und gebietet dem Hofstaat sich sofort jeweils einen Jackenärmel abzureißen. Während die Höflinge gehorsam der Aufforderung nachkommen, geht dieser Schritt Lorenzo zu weit: Tobias und er werden vom Hof verbannt. Sie verkleiden sich als ausländische Weber und schleichen sich unerkannt an den Hof zurück. Lorenzo verkündet dem Herrscher seine außergewöhnliche Kunstfertigkeit. Die Kleider, die er anfertigt, haben die wunderbare Eigenschaft, für diejenigen Menschen unsichtbar zu sein, die dumm und unfähig für ihr Amt sind. Der Kaiser wittert hier eine einmalige Gelegenheit, alle Untauglichen unter seinem Hofstaat auszumachen. Als der Herrscher sich Hofstaat und Volk zeigt, geht ein Raunen durch die Reihen. Da sich jedoch niemand eine Blöße geben will, bricht nach kurzem Zögern ein stürmischer Beifall los. In der Menge befinden sich auch Maria und Jenny. Als die Kleine den Kaiser erblickt, spricht sie unbefangen die Wahrheit aus: "Der Kaiser hat ja gar nichts an!" Da hält der Kaiser eine flammende Rede und gesteht, dass man ihm die Augen über die mangelnde Zivilcourage der Untertanen und seine eigene Willkür geöffnet hat.