Der Schriftsteller und Journalist Moritz von Uslar hat einen naheliegenden und doch spektakulären Schritt getan: raus aus der Großstadt, rein in den Alltag einer ostdeutschen Kleinstadt. Drei Monate hat er in Zehdenick verbracht und mit "Deutschboden" eine große Gegenwartserzählung geschrieben. Nah dran an der Tristesse und Eintönigkeit der Kleinstadt, durchdringt er die Ost-Klischees Arbeitslosigkeit, Abwanderung und latenten Rechtsradikalismus - das, was die Bundesrepublik 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch beschäftigt. "Mein Thema war eine Reise in die denkbar weiteste Ferne - die liegt eben nicht in New York, sondern in der Mark Brandenburg. Denn dort passiert vor allem - nichts." Draußen, vor der großen Stadt in Brandenburg, macht Moritz von Uslar sich auf die Suche nach den angeblichen Ost-Klischees Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Abwanderung und Rechtsradikalismus. Mit großem Einfühlungsvermögen beobachtet und beschreibt er, was er in der Kleinstadt Zehdenick vorfindet: Pension Heimat, Pils am Tresen, Grillfeste mit Deutschlandfahne, Abhängen an der Aral-Tankstelle - und den Alltag junger Männer, die vielleicht keine großartige Zukunft haben, aber einen ziemlich guten Humor. Der Film ist eine Mentalitätsgeschichte, eine teilnehmende Beobachtung, eine große Gegenwartsgeschichte, die Deutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung zum Teil drastisch, aber immer liebevoll und völlig anders als je zuvor beschreibt.