Deutschland XXL

  • Das Anlegemanöver am Burchardkai hat es in sich. Vier Schlepper setzen die Hafenlotsen ein, um die Giganten in der Elbe zu drehen und sicher an die Kaimauer zu bugsieren. Vergrößern
    Das Anlegemanöver am Burchardkai hat es in sich. Vier Schlepper setzen die Hafenlotsen ein, um die Giganten in der Elbe zu drehen und sicher an die Kaimauer zu bugsieren.
    Fotoquelle: ZDF/Martin Niessen
  • Der Hamburger Hafen schläft nie. Der Burchardkai bei Nacht. Vergrößern
    Der Hamburger Hafen schläft nie. Der Burchardkai bei Nacht.
    Fotoquelle: ZDF/Sven Rieken
  • Über 20 000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST" laden. Sie ist 400 Meter lang, 59 Meter breit und zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurchzufahren. Vergrößern
    Über 20 000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST" laden. Sie ist 400 Meter lang, 59 Meter breit und zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurchzufahren.
    Fotoquelle: ZDF/Leo Spors
  • 20 000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST"  laden.  Das Riesenschiff hat im Hamburger Hafen oft weniger als einen Meter Wasser unterm Kiel. Vergrößern
    20 000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST" laden. Das Riesenschiff hat im Hamburger Hafen oft weniger als einen Meter Wasser unterm Kiel.
    Fotoquelle: ZDF/Martin Niessen
  • Der Burchhardhai:  An den mehr als 1400 Meter langen Kaianlagen stehen 30 Containerbrücken zur Be- und Entladung von Schiffen zur Verfügung. Vergrößern
    Der Burchhardhai: An den mehr als 1400 Meter langen Kaianlagen stehen 30 Containerbrücken zur Be- und Entladung von Schiffen zur Verfügung.
    Fotoquelle: ZDF/Martin Niessen
  • Der Containerterminal Altenwerder gilt als modernster weltweit. Vergrößern
    Der Containerterminal Altenwerder gilt als modernster weltweit.
    Fotoquelle: ZDF/Martin Niessen
  • Rund neun Millionen Container werden pro Jahr in Hamburg umgeschlagen. Der gesamte Seegüterumschlag liegt bei 140 Millionen Tonnen. Damit ist der Hafen der Wirtschaftsmotor der Hansestadt. Vergrößern
    Rund neun Millionen Container werden pro Jahr in Hamburg umgeschlagen. Der gesamte Seegüterumschlag liegt bei 140 Millionen Tonnen. Damit ist der Hafen der Wirtschaftsmotor der Hansestadt.
    Fotoquelle: ZDF/Martin Niessen 1995
  • High-Tech im Containerterminal Altenwerder: Führerlose Fahrzeuge bringen die Container in ein computergesteuertes Lager. Vergrößern
    High-Tech im Containerterminal Altenwerder: Führerlose Fahrzeuge bringen die Container in ein computergesteuertes Lager.
    Fotoquelle: ZDF/Martin Niessen
Report, Reportage
Deutschland XXL

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDFinfo
Do., 08.11.
08:45 - 09:15
Hamburg - Hafen der Superlative


Über 20 000 Standardcontainer, sogenannte TEU, kann die "MOL TRUST" laden. Sie ist 400 Meter lang, 59 Meter breit und zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurchzufahren. Den hochgradig automatisierten und modernsten Containerterminal in Altenwerder kann sie deswegen nicht anfahren. Aber auch das Anlegemanöver am Burchardkai hat es in sich. Vier Schlepper setzen die Hafenlotsen ein, um den Giganten in der Elbe zu drehen und sicher an die Kaimauer zu bugsieren. 480 Meter Platz haben sie dafür - bei einer Schiffslänge von 400 Metern und weniger als einem Meter Wasser unter dem Kiel, obwohl Schiffe dieser Größe immer auf dem Scheitelpunkt der Flut einlaufen. Die Elbe als Nadelöhr für Europas drittgrößten Hafen. Markiert die "MOL TRUST" also das Ende des Machbaren für den Hamburger Hafen? Ein bisschen was ginge da noch, glauben die Lotsen. Viel ist es aber nicht. Rund neun Millionen der stählernen Kisten werden pro Jahr in Hamburg umgeschlagen. Der gesamte Seegüterumschlag liegt bei 140 Millionen Tonnen. Damit ist der Hafen der Wirtschaftsmotor der Hansestadt. 155 000 Arbeitsplätze hängen in der Metropolregion am Hafen. Die direkte und indirekte Bruttowertschöpfung in ganz Deutschland beträgt fast 22 Milliarden Euro. Eine große Maschinerie. Mit vielen kleinen Rädchen. Da ist der Fahrstuhlführer im Alten Elbtunnel, seit mehr als 100 Jahren die direkteste Verbindung zwischen der Stadt und ihrem Hafen. Er weist die Fahrzeuge, mit denen die Hafenarbeiter zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, in die schmalen Holzaufzüge ein und wird für Touristen zum Reiseführer, der von der Geschichte der zwei Röhren unter der Elbe hindurch erzählt. Und da ist Odo Mario Wehr, der nachts um eins mit dem Brötchenschmieren beginnt. Sein Kiosk ist Anlaufstation für die Werftarbeiter von Blohm & Voss und die Mitarbeiter der umliegenden Containerterminals. Sie holen sich hier ihr Frühstück. Oder nach der Nachtschicht ein Bier. Der Renner: Brötchen mit gebratenem Leberkäse und Spiegeleiern. Wie viele Kalorien die haben? Keine Ahnung, sagt Wehr. Aber danach frage hier auch niemand. Da sind die Bootsbauer, Schweißer, Lackierer, die in den Docks von Blohm & Voss rostige Rümpfe von Seeschiffen ausbessern oder Kreuzfahrtriesen eine neue Inneneinrichtung verpassen. Und da ist der Schiffskoch eines Kreuzfahrers, der frühmorgens nach der Ankunft am Terminal in Steinwerder zum Hamburger Fischmarkt fährt, um die Vorräte aufzufrischen. Wenn der Elbtunnel für die Historie des Hafens steht, repräsentiert der CTA die Moderne. Der Containerterminal Altenwerder gilt als modernster weltweit. Führerlose Fahrzeuge bringen die Container in ein computergesteuertes Lager, wo die stählernen Boxen nach den Algorithmen einer Logistiksoftware permanent umgestapelt werden. Ist der Tank der AGVs, Automatic Guided Vehicles, leer, fahren sie selbstständig an die Tankstelle, wo - natürlich - ein Roboter die Betankung übernimmt. Ganz ohne Menschen geht es aber auch hier nicht. Eine Art "last man standing" im Ballett der Maschinen ist der Brückenfahrer, der in der gläsernen Kanzel eines Krans, die an einem Ausleger über das Schiff fährt, per Joystick Container auf- und ablädt. Selbstverständlich hat Deutschlands größter Hafen dann auch noch Deutschlands größtes Hauptzollamt, es gibt ja schließlich immer etwas zu tun: Containerladungen kontrollieren oder auch die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen. Das funktioniert wie am Flughafen: Es gibt einen grünen und einen roten Ausgang. Bei Verdacht wird das Gepäck durchsucht. Für die Kontrolle der Container gibt es eine eigene Röntgenanlage. Da wird dann einfach der ganze Lkw samt Ladung durchgeschickt und bei Verdacht der entsprechende Container aufgemacht. Ganze Ladungen mit Zehntausenden gefälschten Markensportschuhen etwa sind keine Seltenheit. Weil aber nicht nur im großen Stil geschmuggelt wird, werden auch stichprobenartig oder auf Verdacht die Schiffe selbst und die Kabinen der Crews durchsucht, nach Schmuggelzigaretten oder Alkohol. Ist eben immer was los, im größten Hafen Deutschlands.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

3sat Richard und Ruth Voser (1. und 2. v.l.) halten der Nati die Treue

"Hopp Schwiiz!" - Für wen schlägt das Fanherz?

Report | 07.11.2018 | 12:30 - 13:00 Uhr
/500
Lesermeinung
arte Re:

Re: - Streit um ETA-Häftlinge - Schwierige Versöhnung im Baskenland

Report | 07.11.2018 | 19:40 - 20:15 Uhr
/500
Lesermeinung
arte Re:

Re: - Achtung Schatzräuber! - Bulgariens Kulturgüter in Gefahr

Report | 08.11.2018 | 19:40 - 20:15 Uhr
/500
Lesermeinung
News
VOX schickt 18 Kandidaten auf die Insel: "Survivor" kehrt nach Deutschland zurück. (Symbolbild)

"Survivor" ist die Mutter aller Abenteuershows – in Deutschland schaffte das Format aber nie den Dur…  Mehr

Birgit Schrowange moderiert das RTL-Magazin "Extra" - diesmal zum Thema Sexismus in der Filmbranche.

Ein Jahr nach der "MeToo"-Debatte hat sich in der Unterhaltungsbranche offenbar wenig geändert. Wie …  Mehr

Carlo von Tiedemann ist eines des bekanntesten Gesichter im NDR Fernsehen, seine Stimme eine der markantesten im NDR Hörfunk. Das Geheimrezept, wie man mehr als 40 Jahre lang ein gefragter Moderator in Funk und Fernsehen bleibt, kennt keiner besser als er selbst: Spaß an der Arbeit, Authentizität und jeden Tag dankbar sein, diesen Job machen zu dürfen. Am 20. Oktober wird Carlo von Tiedemann, das "NDR-Urgestein", 75 Jahre alt.

NDR-Urgestein Carlo von Tiedemann wird am 20. Oktober 75 Jahre alt. Im Interview blickt er zurück au…  Mehr

"Diana bekommt ein Job-Angebot aus Las Vegas. So viel kann ich schon verraten - sie nimmt es an", erklärt Tanja Szewczenko ihren Ausstieg bei "Alles was zählt" (Montag bis Freitag, 19.05 Uhr, RTL).

Tanja Szewczenko ist seit Jahren das Gesicht der RTL-Serie "Alles was zählt". Doch nun steigt die eh…  Mehr

Tobias und Natascha landeten im Finale von "Love Island" auf Platz zwei.

Das ging schnell: Knapp zwei Wochen nach dem Ende der RTL-II-Show "Love Island" ist bei dem einstige…  Mehr