Deutschland von oben 2

Vor 150 Jahren waren Steinböcke überall in den Alpen fast ausgestorben. Heute sind sie wieder da und die Hälfte der 300 deutschen Steinböcke trotzt im Allgäu den Minusgraden. Steinbockkitze folgen ihren Müttern schon wenige Stunden nach der Geburt über Stock und Stein. Sie leben in regelrechten Kindergärten mit ihren Müttern zusammen. Während die Böcke eine friedliche Männer-WG bevorzugen. Vergrößern
Vor 150 Jahren waren Steinböcke überall in den Alpen fast ausgestorben. Heute sind sie wieder da und die Hälfte der 300 deutschen Steinböcke trotzt im Allgäu den Minusgraden. Steinbockkitze folgen ihren Müttern schon wenige Stunden nach der Geburt über Stock und Stein. Sie leben in regelrechten Kindergärten mit ihren Müttern zusammen. Während die Böcke eine friedliche Männer-WG bevorzugen.
Fotoquelle: ZDF/Peter Thompson
Report, Dokumentation
Deutschland von oben 2

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2004
ZDFneo
Sa., 09.06.
06:40 - 07:25
Land


Die Kamera schwebt für die zweite Folge der Reihe "Deutschland von oben 2" über den Wipfeln von Eichen und Tannen, dem Inbegriff der deutschen Version von Romantik. Oberhalb der Baumgrenze schaut der Film hinab in das Revier der Steinböcke und Gämsen auf 2500 Metern, auf halsbrecherisch steile Gebirgskämme und Abgründe an Geißhorn und Nebelhorn in den Oberstdorfer Alpen. Und im abgelegenen Nationalpark Berchtesgadener Land begleitet das "Deutschland von oben 2"-Team Spezial-Hubschrauber, die von Borkenkäfern befallene Bäume durch die Luft aus Steilhängen bergen. Ein Streitfall, denn im Nationalpark möchte man eigentlich alles den Naturprozessen überlassen - muss dann aber doch helfen. Auch den letzten 500 Wildpferden Deutschlands, die im Merfelder Bruch leben, wird indirekt geholfen, wenn einmal im Jahr die jungen Hengste aus der Herde gefangen werden - um Inzucht zu vermeiden. Der Zusammenprall von Natur und Schwerindustrien, von Wildnis und Hightech ist typisch für die Industrienation Deutschland: Vier Fünftel unseres Landes sind Wälder, Heide oder Agrarflächen. Doch gänzlich unberührte Natur findet man nur noch selten - entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder in den unzugänglichen Gebirgsregionen. Wir leben in einem Land, dessen Gegensätze auf engem Raum erstaunlich sind: von den Mondlandschaftskratern des Braunkohletagebaus in der Lausitz, deren unendliche Abraumhalden per Laserscan aus dem Heli vermessen werden, über die Weinernte auf den bizarren Terrassen des erloschenen Vulkans Kaiserstuhl tief in Südbaden bis hin zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt auf den Weiden des schleswig-holsteinischen Kuhdorfs Wacken. Auf 1800 Einwohner kommen dort jedes Jahr 75 000 Konzertgäste. Das Verkehrschaos an Ab- und Anreisetagen wird aus dem Helikopter ebenso überwacht wie die größte Zeltstadt Deutschlands, die dort jedes Jahr für drei laute Tage entsteht. Im scharfen Kontrast dazu stehen andere Ereignisse, die sich über unseren Köpfen abspielen: Wenn die Kraniche über der Elbtalaue einschweben oder sich 100 000 Wildgänse an der Ems-Mündung und am Niederrhein einfinden, wenn die Jungstörche der Saison sich zu ihrer ersten Abreise in den Süden versammeln oder die Fohlen der Wildpferde in Dülmen ihre ersten Schritte ins Leben machen, ist das ein Spektakel, das man so noch nie aus der Luft gesehen hat. "Deutschland von oben 2" zeigt es, ebenso wie heimische Wildtiere, die so unsichtbar sind, dass man sie nur per Satellit aus dem Weltraum verfolgen kann - wie die Luchse im Harz oder im Bayerischen Wald. "Deutschland von oben 2" begleitet auch das Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen beim Start eines der Satelliten, die unser komplexes Leben am Boden etwas einfacher gestalten: Ohne Satelliten gäbe es keine GPS-Navigation, keine Hightech-Spionage, kein Satelliten-Fernsehen. Und keine der Animationen in "Deutschland von oben 2". Und es gäbe auch nicht jene Vorhersagen, unter denen wir Deutschen am liebsten leiden: das Wetter. Über 2000 Messstationen gibt es in Deutschland - allerdings auch auf dem Boden. Die zweithöchste von ihnen liegt auf dem Wendelstein, einem der höchsten Arbeitsplätze in Deutschland. Strahlenden Sonnenschein findet Claudia Hinz, die Wetterfrau vom Wendelstein, todlangweilig.


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