Die 100.000-Euro-Babies

Report, Dokumentation
Die 100.000-Euro-Babies

SWR
So., 14.10.
07:00 - 07:30
Vaterglück per Leihmutter


Streng genommen hat die siebenjährige Greta zwei Väter und zwei Mütter: die beiden Deutschen Jens und Andreas, die Eizellspenderin Rosa und eine Leihmutter aus den USA. Das schwule Paar Jens und Andreas war unter den ersten Deutschen, die auf diesem Weg in den USA ein Kind bekamen und es nach Deutschland brachten. Weil Leihmutterschaft und Eizellspende hier verboten sind, fliegen Jens und Andreas erneut in die USA, um ein Geschwisterkind für Greta zu bekommen. Die Eizellen werden noch einmal von Rose gespendet, Gretas biologischer Mutter. Leiblicher Vater soll dieses Mal Andreas sein, weil Jens schon Gretas Vater ist. "Es ist eine Belastung, auch finanziell", sagt Jens. Etwa 100.000 Euro kostet das Verfahren. "Aber Greta soll ein Geschwisterlein haben. Das hat sie verdient", meint Jens. Die Autoren begleiten Jens und Andreas seit Gretas erstem Geburtstag und auf dem Weg zum zweiten Kind, von der Zeugung in einem Reagenzglas bis in den Kreissaal. Dabei lernen die Zuschauer auch die Leihmutter und die Eizellspenderin kennen. Sie gewähren Einblick in die Welt von Frauen, die für Geld anderen Menschen ihren Kinderwunsch erfüllen: Wie wird Leihmutter Susan damit fertig, ein Kind nach neun Monaten Schwangerschaft abzugeben? Und wie geht Eizellspenderin Rose damit um, dass sie die biologische Mutter von Kindern ist, die sie kaum kennt? Die Familien von Jens und Andreas haben Greta gut aufgenommen - auch wenn vor allem Jens' Mutter zunächst gewisse Mühe hatte, den ganzen Vorgang zu begreifen. Andere in der Familie wie Jens' Schwester Kerstin und Andreas' Schwägerin sind kritischer: Was ist, wenn Greta und ihr Geschwisterchen später eine Mutterfigur vermissen? Was passiert, wenn ihr Umfeld sie wegen ihrer Entstehungsgeschichte anfeindet? "Wir hoffen einfach, dass unsere Kinder durch alles, was wir für sie tun, ein breites Kreuz im Leben haben, um gut durch solche Situationen zu kommen", sagt Andreas. "Das wäre unser größtes Glück."


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