Die Äolischen Inseln

  • Der Stromboli. Vergrößern
    Der Stromboli.
    Fotoquelle: ZDF/SWR
  • Schiff vor Salina. Salina ist die fruchtbarste der Äolischen Inseln und wird -"die schönste der sieben Schwestern" genannt. Vergrößern
    Schiff vor Salina. Salina ist die fruchtbarste der Äolischen Inseln und wird -"die schönste der sieben Schwestern" genannt.
    Fotoquelle: ZDF/SWR
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    Lipari Stadt.
    Fotoquelle: ZDF/SWR
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    Die Malvasia-Rebe wird 10 bis 15 Tage getrocknet
    Fotoquelle: ZDF/SWR
Natur+Reisen, Land und Leute
Die Äolischen Inseln

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2012
3sat
Fr., 28.12.
10:40 - 11:25


Lange waren die Äolischen - oder Liparischen - Inseln nördlich von Sizilien selbst den Italienern kaum bekannt. Es herrschten Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit. Wer konnte, emigrierte. Die Wende brachte ausgerechnet das Kino. Als Roberto Rossellini 1949 zusammen mit Hollywood-Diva Ingrid Bergmann den Film "Stromboli" drehte, löste er die erste große Besucherwelle aus. Fans wollten den Schauplatz sehen und das Naturspektakel der Vulkaninsel erleben. Nach und nach bekamen die Inseln Hotels, regelmäßiger Fährverkehr wurde eingerichtet, der Tourismus schuf Arbeitsplätze. Inzwischen ist er der wichtigste Wirtschaftsfaktor auf den Äolischen Inseln, und doch konnten sie sich ihre Ursprünglichkeit in einem Maße bewahren, das man in Europa kaum vermuten würde. Auf Salina lebt der passionierte Winzer Nino Caravaglio, der Malvasia-Wein erzeugt. "Diese Rebe hat das Schicksal unserer Inseln bestimmt", sagt Caravaglio, "sie machte Salina so wohlhabend, dass wir im 19. Jahrhundert eine Flotte von rund 100 Handelsschiffen besaßen. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Reblaus kam und die Weinberge vollständig zerstörte, löste sie einen Massenexodus aus. Die Leute mussten emigrieren, sonst wären sie verhungert. Erst als man Mittel fand, die Blattlaus zu bekämpfen, kamen Auswanderer der zweiten oder dritten Generation zurück und bepflanzten die zerstörten Flächen neu." Das Weggehen und das Wiederkommen sind die beiden großen äolischen Themen. So auch bei Clara Rametta, die aus Boston zurückkehrte und nun den alten Ortskern von Malfa am Leben hält, weil sie zusammen mit ihrem Mann Michele Caruso verlassene Häuser restauriert und in ein Hotel mit Feinschmeckerlokal umgewandelt hat. Das "Signum" ist eine Oase der Ruhe und der äolischen Lebensart - die sich nicht zuletzt in den leckeren Gerichten zeigt, die Michele in seiner Küche zaubert. Kaum ein äolisches Rezept, bei dem nicht Kapern Verwendung fänden. Die kleine aromatische Knospe wächst wild, vor allem dort, wo der Boden steinig ist, auch an Stützmauern von Terrassenfeldern oder Weinbergen. So kann jeder, der Wein produziert, auch Kapern ernten. Und so ist das wichtigste Fest der Insel die "Sagra del Cappero", das Kapernfest, bei dem nicht nur gut gegessen und bis in die Morgenstunden getanzt wird, sondern auch Biobauern ihre Produkte präsentieren können. Sogar die Schönheitsrezepte der Wellness-Oase des "Signum" kommen nicht ohne Kapern als Zutat aus. Wer nicht im Tourismus oder in der Landwirtschaft tätig ist, findet sein Auskommen durch das Meer. Die äolischen Gewässer sind sauber und fischreich, sie bieten herrliche Ausblicke, großartige Tauchgründe und traumhafte kleine Badebuchten. Der Fischhändler Bartolo Greco aus Lipari macht mit seinen beiden Söhnen Leonardo und Raul einen Bootsausflug zu solch einer "Spiaggetta". Der Seebär Capitan Felice aus Felicudi hat einen Zweimaster mit Baujahr 1901 liebevoll restauriert.


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