Der Architekt Daniel Brenner ist fast 40, als er seinen ersten großen Auftrag erhält: Er soll für eine riesige Berliner Trabantenstadt ein kulturelles Zentrum entwerfen. Er nimmt das 80-Millionen-Projekt ohne Bedenkzeit an. Dies ist seine Chance!

Nur eine Bedingung stellt er: Die Mitarbeiter will er selbst bestimmen. So macht sich Daniel auf die Suche nach ehemaligen Studienfreunden. Nicht alle kann er überreden. Einer beispielsweise arbeitet inzwischen als Mitropa-Büfettier. Ein anderer ist Schäfer geworden. Ein Dritter lebt im Westen. Aber fünf ehemalige Kommilitonen und zwei junge Absolventinnen finden sich zusammen wie die Glorreichen Sieben. Ideen haben sie mehr als genug. Auf ihrem Bauland soll alles entstehen, was der neuen Stadt noch fehlt: Cafés, Geschäfte, Kino, Spielplätze, Promenaden mit viel Grün. V

erbissen kämpfen sie darum, den Menschen durch eine Alternative zur Monotonie des genormten Bauens eine Heimat zu schaffen. Doch täglich verlassen Tausende die DDR gen Westen. Am Ende auch Daniels Frau Wanda und Tochter. Sein Kollektiv bricht auseinander. Er selbst gibt nicht auf. Aber er kann nicht verhindern, dass sich sein Projekt durch Bevormundung und ökonomische Zwänge bis zur Unkenntlichkeit verändert. Der Baubeginn markiert das Ende von Daniels Ideen und Hoffnungen. Es ist die Zeit unmittelbar vor dem Herbst '89.