Shailene Woodley hat in der Sci-Fi-Dystopie "Die Bestimmung – Insurgent" mit einer Identitätskrise zu kämpfen. Und mit einem Drehbuch, das es nicht gut mit ihr meint.

Shailene Woodley gehört zu den vielversprechendsten Nachwuchsstars Hollywoods. Gelobt wurde sie zuletzt unter anderem für ihren gefühlvoll-nuancierten Auftritt in dem Krebsdrama "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (2014). Auch die TV-Serie "Big Little Lies" (bei VOX im Free-TV) ist in aller Munde. Mit "Die Bestimmung – Divergent" (2014) zeigte die damals 22-Jährige gleichzeitig, dass sie auch actionlastigere Rollen beherrscht. Sie allein bewahrte die Verfilmung von Veronica Roths Sci-Fi-Bestseller davor, im Mittelmaß zu versinken. Im zweiten Teil darf Woodley leider nicht mehr auf derart positive Weise wirken. Dennoch brachte es "Die Bestimmung – Insurgent" (2015), der jetzt auf RTL wiederholt wird, in den deutschen Kinos auf über 500.000 Besucher.

Zur Erinnerung: In einer dystopischen Zukunft werden alle Menschen gemäß ihren Fähigkeiten einer von fünf Fraktionen zugewiesen – alle bis auf Tris (Woodley), die in kein Raster passt und als vermeintlich gefährliche "Unbestimmte" gejagt wird. Im Vorgänger-Film ging sie die Identitätskrise noch kämpferisch an, nun aber verfällt die junge Frau in eine geradezu entnervende Passivität, während ihr schnieker Freund Four (Theo James) nach und nach zum Helden aufsteigt. Nach dem Tod ihrer Eltern und dem eines Freundes ist Tris von Selbstzweifeln und -hass geplagt, irgendwann schneidet sie sich vor Gram gar die Haare ab.

Aus diesem Loch findet Tris erst wieder heraus, als die Anführerin der Fraktionslosen (Naomi Watts) eine Rebellion gegen die Machthaberin Jeanine (Kate Winslet) anzettelt, die wiederum ganz eigene Ziele verfolgt: Sie ist im Besitz einer geheimnisvollen Box, die eine Botschaft der Gründerväter enthält, und nur eine Unbestimmte vermag sie zu öffnen. Es folgt ein surrealer Showdown, in dem der deutsche Regisseur Robert Schwentke ("Die Frau des Zeitreisenden", "R.I.P.D.") Tris dann endlich wieder als vielschichtige, starke Frau zeigen darf.

Auf "Die Bestimmung – Insurgent" folgte im März 2016 der dritte und eigentlich letzte Teil der Buchreihe "Die Bestimmung – Allegiant". Doch der letzte Roman wurde in zwei Hälften geteilt, frei nach dem Erfolgsmodell, das schon die Macher von "Harry Potter" oder auch "Twilight" nutzten. Dieses Konzept ging bei der Sci-Fi-Reihe nicht ganz auf, denn der dritte Film blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Der vierte und letzte Teil war für Mitte 2017 anberaumt, doch schon im Vorjahr wurde bekannt, dass aus dem geplanten Kinofilm "Die Bestimmung – The Ascendant" wenn überhaupt, nur noch ein Fernsehfilm werden soll. Doch auch das Projekt ist zumindest vorerst gestrichen, da verschiedene Schauspieler ablehnten. Im Raum steht jetzt nur noch eine mögliche TV-Serie, produziert vom US-Sender Starz.


Quelle: teleschau – der Mediendienst