Sie waren 17 oder 18. Sie wurden Polizisten, weil sie glaubten, das sei ein krisenfester Job. Doch dann fanden sie sich plötzlich im Sturm einer Zeitenwende wieder: eine Gesellschaft in Aufbruch und Aufruhr. Proteste gegen Notstandsgesetze und Vietnamkrieg, gewalttätige Demonstrationen, wenig später der Beginn des Linksterrorismus. In dieser Dokumentation geht es um eine Generation junger Männer, die in den 60er und 70er Jahren den Polizeiberuf wählten und folglich bei den hitzigen und gefährlichen Auseinandersetzungen ihrer Zeit immer mittendrin waren. Thomas Schneider erzählt anhand beispielhafter Lebensläufe und ausgewählter Ereignisse, durch die sich das Leben der Polizisten entscheidend und dramatisch veränderte. Der Film bricht bewusst mit einer in jenen Jahren etablierten Sichtweise, die Polizisten zumeist nur als anonyme Masse wahrnimmt. In der öffentlichen Wahrnehmung und Darstellung von "68" und den Folgen stehen traditionell einerseits die studentische Protestbewegung, die verschiedenen terroristischen Gruppen und ihr Unterstützermilieu, andererseits natürlich auch politische Akteure im Mittelpunkt. Dieser Film erzählt die Geschichte derjenigen, die als junge Polizisten die späten 60er und die 70er Jahre miterlebt haben. Er zeigt, welche Auswirkungen die Herausforderungen durch Proteste und Terrorismus auf Polizeibeamte und Polizeibehörden hatten. Nicht zuletzt erzählt der Film davon, wie die Polizei sich in jenen Jahren veränderte.