Im April 1961 beginnt in Jerusalem der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann für seine Rolle im millionenfachen Mord an Juden unter der Nazi-Herrschaft. Vor Ort sind auch die Amerikaner Milton Fruchtman und Leo Hurwitz , ein Filmproduzent und sein Regisseur, die mit ihrem Team gegen mannigfaltige Widerstände den Prozess in die Wohnzimmer der ganzen Welt zu übermitteln trachten. Die mehrmonatige Übertragung des Prozesses ist eine Pionierleistung der Fernsehgeschichte. Darüber hinaus kommt ihr das Verdienst zu, Zeugnisse der Gräuel in den Konzentrationslagern in den Worten der vorgeladenen Überlebenden und Augenzeugen in die Welt hinaus zu tragen. Der Prozess ruft die planmässige Tötung europäischer Juden erstmals in das öffentliche Bewusstsein der Welt, sind die Sendungen doch Israel, Amerika, Deutschland und 34 weiteren Ländern zu sehen. Das BBC-Drama «The Eichmann Show» verdichtet die langwierige Produktion zum intensiven Dokudrama, dessen Archivaufnahmen von Zeugenaussagen auch Jahrzehnte später noch fassungslos machen. Dass für Massenmedien achtbarere Aufgaben auch heute vorstellbar wären, ist aus der Rezension in der Tageszeitung «Die Welt» herauszulesen: «Der Spielfilm zeigt Ausschnitte aus den erschütternden Originalaufnahmen. Man kann auch heute noch eine Menge daraus lernen. Doch wie 1961 fürchtet man sich offenbar vor der fehlenden Einschaltquote: Für die 'Eichmann Show' interessieren sich in Deutschland bisher weder Filmverleiher noch Fernsehsender.»