Im niederösterreichischen Industrieviertel nahe Wiener Neustadt werden die verstreuten Leichenteile einer Frau gefunden. Ein Austria-Puzzle, das es mit Humor zu lösen gilt.

Ein waschechter Krimi am Sonntag, zur Primetime, im ZDF – das gibt es wohl nur im sogenannten "Sommerloch". Wobei es in der hochkarätig besetzten ORF-Produktion auch nicht immer todernst zugeht. Los geht es allerdings heftig: In einem Schotterteich schwimmt ein Haarteil – keine Perücke, sondern ein echter Skalp. Und in einer Hühnerfarm hacken Hühner an einer abgetrennten Hand herum.

Wir sind in Niederösterreich nahe Wiener Neustadt, und mittendrin im zweiten österreichischen "Landkrimi" nach "Steirerblut". In der deutschen TV-Premiere "Die Frau mit einem Schuh" (Buch und Regie: Michael Glawogger) werden die Dienststellenleiterin Franzi (Nina Proll) und ihr Kollege (Karl Fischer) mit einem Puzzle aus Leichenteilen konfrontiert. Sie stammen allesamt von derselben Person. Aber was hat damit der seltsame Mechaniker Gerry zu tun, der mit seinem blauen Kombi bereits vor einem Jahr nach einem Gefängnisausbruch in Verdacht geriet?

"Es geht um Leichenteile und Leidenschaften. Es ist eine Art 'Fargo' im Sommer", erklärte Regisseur Michael Glawogger ("Megacities"), der im April 2014 bei Dreharbeiten zu einem groß angelegten "Doku-Experiment" in Liberia mit 54 Jahren an Malaria erkrankte und verstarb. Am niederösterreichischen "Landkrimi", 2013 gedreht, hatte den gebürtigen Grazer vor allem der Drehort Niederösterreich, seine Wahlheimat, gereizt. "Das Heimspiel ist ein Segen – und zwar in allen Dingen", erklärte er. "Die Leute halten alle zusammen und haben eine Freude und helfen auch gerne. Und natürlich ist es auch für mich ein Vorteil, weil ich mich auskenne. Ich habe 95 Prozent der Motive so geschrieben, dass ich genau wusste, wo wir dann drehen."

Doch letztlich überzeugt der TV-Krimi weniger durch sein Lokalkolorit als durch die Nähe zu seinen Figuren – umwerfend Karl Fischer als Polizist mit galligem Schwarzhumor oder Robert Palfrader als dauerkochender Arbeitsloser im charmanten Reihenhaus.


Quelle: teleschau – der Mediendienst