Es ist Nacht, und dichter Nebel zieht durch den Muggenbacherwald, als sich vier Honoratioren der Gemeinde Hablikon zu einer ihrer regelmässigen Jagdpartien treffen. Einzeln gehen sie auf die Pirsch, gemeinsam wollen sie anschliessend den Erfolg im Wirtshaus feiern. Doch einer kehrt nicht zurück: Der Verwalter Reichle wurde durch einen Schuss getötet. Die Ortspolizei avisiert die städtische Kripo, und dort beordert man Kriminalwachtmeister Müller an den Tatort. Die ersten Spuren zeigen bald, dass ein Selbstmord ausgeschlossen werden kann. Für die Überlebenden ist klar, dass es sich um einen tragischen Jagdunfall handeln muss. Im Wirtshaus verhört Müller Reichles Kumpane, den Bankdirektor Meier , den Architekten Häuptli und den Dorfarzt Dr. Amsler . Müller entscheidet sich, auch einen Mord in Betracht zu ziehen. Seine Nachforschungen bringen denn auch allerhand Ungereimtes zum Vorschein. Und schnell wird dem Kriminalisten klar, dass das Opfer Reichle mehr Feinde als Freunde hatte, weil er pikante Informationen aus dem Leben jedes seiner Jagdgefährten kannte und dieses Wissen hemmungslos und erpresserisch nutzte. Neben den drei Jägern steht auch ein Neffe des Toten im Verdacht: Titus Zangger wurde von seinem Onkel ins Irrenhaus eingeliefert, damit Reichle einfacher an Titus' Erbe herankommen konnte. Und genau am Tag des Verbrechens hatte Titus Urlaub. Eine weitere Spur führt Müller aber auch ins Milieu von Zürich, wo dubiose Gestalten in den Fall verwickelt zu sein scheinen. Der Kriminalfilm «Die Gejagten» war ein später Versuch, an die Erfolge von «Wachtmeister Studer» oder «Matto regiert» anzuknüpfen. Der junge Produzent Erwin C. Dietrich wagte eine Variante, wenn nicht sogar ein halbes Plagiat. Geschrieben wurde die Story vom Zürcher Walter Blickensdorfer mit unübersehbarem Seitenblick auf Glauser und Dürrenmatt. Die Präsenz von Heinrich Gretler und sein augenzwinkerndes Spiel - im Film nennt ihn ein Strassenfeger einmal sogar «Studer» - sind die Höhepunkte dieses klassischen Krimis. In einer schönen Nebenrolle ist die Berner Chansonsängerin Helen Vita (in Deutschland wegen ihrer frivolen Lieder auch «la dolce Vita» genannt) als vollbusige Lebedame zu sehen.