Die Geschichte des Essens - Vorspeise

Christian Rach testet im Brotmuseum Ebergötzen die Zubereitung von "Panis militaris", dem Brot der Römer. Vergrößern
Christian Rach testet im Brotmuseum Ebergötzen die Zubereitung von "Panis militaris", dem Brot der Römer.
Fotoquelle: ZDF/Axel Lischke
Report, Essen und Trinken
Die Geschichte des Essens - Vorspeise

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2015
ZDFneo
So., 11.11.
11:05 - 11:50


Warum essen wir, was essen wir, und wie hat sich das entwickelt? Sternekoch Christian Rach begibt sich auf eine Reise durch die Kulturgeschichte des Kochens und des Essens. Die Fähigkeit, Speisen auf dem Feuer zuzubereiten, ist so alt wie die Menschheit. Doch bis zu den Menüs, wie wir sie heute kennen, hat es Jahrtausende gedauert. Jede Zeit hatte ihre Rezepte, Zutaten und Techniken. Christian Rach stellt sie vor. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das kocht. Durch die Jahrtausende hat sich die Fähigkeit, Speisen zuzubereiten, immer weiter verfeinert. Die Zutaten änderten sich ebenso wie die Art zu kochen und die Gerätschaften. Aber auch die Tischsitten waren ständigen Veränderungen unterworfen. Bis ins 18. Jahrhundert war es üblich, den Tisch komplett mit Schüsseln einzudecken, aus denen sich die Leute gegenseitig bedienten. Um 1800 taucht dann, ausgehend von der russischen Botschaft in Paris, die Idee des "Service a la Russe" auf. Es wird jetzt in mehreren Gängen aufgetragen, sodass die Mitte des Tisches frei für Dekorationen bleibt und die Esser sich der gepflegten Konversation widmen können. Der erste Gang, die Vorspeise, besteht in Deutschland in der Regel aus Brot und Suppe. Das Brot ist der Dauerbrenner unter den Nährmitteln. Auf ihm gründete der Erfolg des Römischen Weltreiches, das mit den haltbaren Broten seine Soldaten ernährte. Bis in die Neuzeit ist Brot unser einziges Grundnahrungsmittel. Erst dann kommen Kartoffeln und Reis hinzu. Christian Rach lernt im Brotmuseum Ebergötzen, wie Steinzeitmenschen und Römer ihr Brot zubereitet haben. Küchenarbeit ist Schufterei. Das erfährt er in einer Mittelalterküche, in der bis zu 50 Gerichte gleichzeitig für hunderte Esser zubereitet werden mussten. Vom Rupfen des Geflügels über das Kneten des Teiges von Hand und der Schlepperei der Zutaten. Immer wieder muss er "einen Zahn zulegen", was nichts anderes hieß, als den Topf über der Feuerstelle am gezahnten Metall abzusenken, um die Hitze zu erhöhen. Erst die Jahrhunderte erleichterten das Leben der Hausfrauen und Männer. Die "Frankfurter Küche" wurde anfangs des 20. Jahrhunderts entwickelt, um auf gerade einmal acht Quadratmetern die Wege in der Küche zu verkürzen und zu rationalisieren. Instantprodukte wie die Trockensuppe, die eigentlich als Armen- und Armeespeise erfunden wurde, hielten Einzug auch in die Alltagsküche. In Italien eröffnet noch heute in der Regel die Nudel das Menü. In der Emilia Romagna testet Christian Rach seine Pastazubereitung im Wettstreit gegen die lokalen Nudelköniginnen und schlägt sich tapfer. Aber wie isst man die Nudel am besten? Auch hier haben die Zeiten und Regionen ganz unterschiedliche Sitten hervorgebracht. Am schwersten hatte es die Gabel, sich durchzusetzen, hielt man sie doch lange für ein Werkzeug des Teufels. Noch Ludwig XIV. schlürfte seine Ragouts am liebsten durch die Finger. Doch der Siegeszug der Gabel war im Zuge der Verfeinerung der Tischsitten unaufhaltsam. Auch unfeine Geräusche bei Tisch waren schließlich verpönt. Andere Neuerungen hatten lediglich eine Hochzeit. Wie das rabiate Überwürzen von Speisen, um den eigenen Reichtum unter Beweis zu stellen. Christian Rach testet eine mittelalterliche Würzpaste. Ein Erlebnis, das nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen ist. Doch der menschliche Gaumen erträgt einiges, wenn er sich nur daran gewöhnt. Denn schließlich ist der Mensch, neben Ratte und Schwein, das einzige Lebewesen, das alles essen kann. Wenn es denn will. Die Reihe berichtet Wissenswertes, Skurriles und Amüsantes aus den Küchen der Zeiten. Christian Rach erlebt selbst, was es hieß, ein steinzeitlicher, mittelalterlicher oder neuzeitlicher Koch zu sein. Bei manchem ist es schade, dass es in Vergessenheit geriet, anderes dagegen ist aus gutem Grund wieder vom Herd verbannt worden.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

HR Lieblingsrezepte beim Italiener

Lieblingsrezepte beim Italiener

Report | 10.11.2018 | 16:00 - 16:45 Uhr
/500
Lesermeinung
NDR Ein Hoch auf die Köche.

Hanseblick

Report | 11.11.2018 | 18:00 - 18:45 Uhr
4.67/503
Lesermeinung
HR Edel-Bier zur Spitzenküche

Edel-Bier zur Spitzenküche

Report | 12.11.2018 | 04:35 - 04:55 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Er ist der Neue in der "The Voice of Germany"-Jury: Michael Patrick Kelly. Zu sehen ist die Castingshow ab Donnerstag, 18. Oktober, 20.15 Uhr, auf ProSieben. SAT.1 übernimmt wie gewohnt sonntags die Ausstrahlung.

Michael Patrick Kelly ist der Neue in der "The Voice of Germany"-Jury 2018. Im Interview erklärt er,…  Mehr

Lennard (Christoph Luser) und Sam (Ada Philine Stappenbeck) leben zusammen in einem verlassenen Hochhaus.

Ein Obdachloser wird brutal zusammengeschlagen, doch niemand will etwas gesehen haben. Das Drama "Fr…  Mehr

Alice Schwarzer, Gründerin der feministischen Frauenzeitschrift "Emma", ist noch immer eine streitbare Publizistin.

Das ZDF widmet sich den 68ern und blickt zurück auf die Lebenswege von Hans-Christian Ströbele, Alic…  Mehr

In der neuen Ausgabe ihrer Ranking-Sendung "Die 25" präsentiert Sonja Zietlow "schillernde Storys rund um die Schönheit.

Im Streben nach Schönheit gehen manche Menschen extreme Wege. Sonja Zietlow zeigt in einer neuen Aus…  Mehr

"Die 'Martina Hill Show' war für mich einfach der nächste Schritt": Martina Hill hat jetzt eine Sendung, die ihren Namen trägt. Sie sagt: "Ich hatte einfach mal wieder wahnsinnig Lust auf laut, bunt und wild. Alles ist erlaubt."

Bei SAT.1 bekommt "Knallerfrau" Martina Hill eine neue Comedy-Show. Im Interview verrät sie, was es …  Mehr