Die Hohe Tatra

Sherpas in der Hohen Tatra. Sie schleppen bis zu 100 Kilo zur Hütte hinauf. Vergrößern
Sherpas in der Hohen Tatra. Sie schleppen bis zu 100 Kilo zur Hütte hinauf.
Fotoquelle: NDR/Till Lehmann
Natur+Reisen, Landschaftsbild
Die Hohe Tatra

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2015
NDR
Do., 24.05.
21:00 - 21:45
Europas unbekanntes Hochgebirge


Ein "Hochgebirge im Westentaschenformat", so nennen die Einheimischen die Hohe Tatra, deren Hauptkamm gerade einmal 27 Kilometer lang ist. Das Gebirge liegt genau auf der Grenze zwischen Polen und der Slowakei. Auf engstem Raum befinden sich hier schneebedeckte Gipfel, einsame Täler, saftige Almwiesen und unüberwindbare Geröllplateaus. Eine einzigartige Landschaft, die beide Länder mit großen Nationalparks streng schützen. Viktor Beranek betreibt die höchstgelegene Hütte der Hohen Tatra: die Chata pod Rysmi, die Hütte am Rysy, auf 2.250 Meter. Mit seinen 63 Jahren schleppt er mehrmals in der Woche 60 bis 80 Kilogramm Proviant den steilen Pfad zu seiner Hütte hinauf. Viktor Beranek begann sein Leben in der Hohen Tatra als Sherpa, als Lastenträger. Und er ist Begründer der Sherpa-Rallye. Einmal im Jahr messen "Berg-Freaks" ihre Ausdauer und ihre Kraft und schleppen möglichst viel Ballast den Berg hinauf zu Viktors Hütte. Auf Zeit. Dabei schlägt Viktor zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Menschen lieben diesen Wettkampf und er hat Lebensmittel für mehrere Monate oben. Die Hohe Tatra ist gefährlich. Jakub Hornowski ist Bergretter des polnischen Bergrettungsdienstes und führt einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Ignoranz der Wander-"Anfänger". Jedes Jahr sterben in der Hohen Tatra rund 15 Menschen. "Die Polen können nicht mit Gebirgen umgehen", schüttelt Jakub den Kopf. "Das ganze Land ist flach. Die Leute haben einfach keine Ahnung." Viele Wanderer unterschätzen die oft sehr anspruchsvollen Strecken und die extremen Wetterumschwünge. Sie gehen bei Sonnenschein los und kommen oben in einen Eishagel. In der Hauptsaison müssen Jakub und seine Kollegen bis zu zehn Mal pro Tag ausrücken. Auf der polnischen Seite des Gebirges spielt der Glaube eine wichtige Rolle. "WanderNonnen" gehören hier zum Alltag. Leona, Aneta und Agnieska sind Nonnen des Ordens der Albertinerinnen. Mindestens einmal am Tag sind sie in den Bergen unterwegs. Spirituelle Fitness bei Wind und Wetter. "Gerade beim Wandern in den Bergen ist man dem Herrn sehr nahe", schwärmen die Schwestern. "Die Gipfel und diese Natur. Das sind Gottes Geschenke an uns. Da möchte man am liebsten tanzen und singen und unserem Herrn immerzu danken, dass er solch eine Welt geschaffen hat." Die Hohe Tatra besitzt ein Wappentier. Barbara Chovancova macht sich schon seit Jahren Sorgen darüber. Die Biologin des slowakischen Tatra Nationalparks ist auf der Suche nach Tatra-Gämsen. Eine Art, die es nur hier gibt. Jedes Jahr nach dem Winter, macht sie sich auf den Weg zu einer Bergexpedition. Sie will sehen, wie die Tiere den Winter überstanden haben. Janka Kalincikova versucht jedes Jahr aufs Neue, Bären zu vertreiben. Richtig kreativ ist sie mittlerweile geworden. Die Geschäftsfrau wollte vor ein paar Jahren einfach nur ein nettes, kleines Tatra-Bistro eröffnen. Sie kaufte die Hütte im Zamkovskeho-Tal, die von viel Wald umgeben ist. Doch was damals so romantisch aussah entpuppte sich als ständige Bedrohung. Janka stellte schnell fest, dass die Düfte aus ihrer Hütte immer wieder Bären anlockten. Die Raubtiere durchwühlten Mülltonnen, versuchten ins Haus einzubrechen, rissen Zäune um. Fast 900 Exemplare soll es in der Slowakei geben, die meisten in der Hohen Tatra. Nun versuchen Janka und ihr Mann Peter, die Tiere mit einem gigantischen Stromzaun von ihrer Hütte und ihren Gästen fernzuhalten.


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