Es ist das dominierende Thema im Land: Klimaschutz. Für die einen reichen die geplanten Klimagesetze der Regierung bei weitem nicht aus, für andere gehen die Maßnahmen schon entschieden zu weit und bedrohen ihre persönliche Freiheit. Es gibt erhitzte Diskussionen in Deutschland, die Linien verlaufen schlagzeilenkräftig zwischen "Extinction Rebellion" und "Fridays for Hubraum". Aus dem anfangs belächelten Schulstreik "Fridays for Future" ist innerhalb weniger Monate eine breite Bewegung geworden. Eine Bewegung, die massive Zustimmung wie Ablehnung hervorruft. Wie verändert sie unser Land? Für "Die Story im Ersten" begeben sich die Autoren Laura Borchardt und Lucas Stratmann auf eine Reportage-Reise. Sie begleiten AktivistInnen über mehrere Monate und können so dokumentieren, wie sich einige radikalisieren, warum andere aufgeben oder am Schulstreik festhalten. Sie begleiten Diskussionen und Widerspruch zu Hause im Elternhaus, mit Klassenkameraden, zeigen Konfrontationen mit Gegnern aus der Mitte der Gesellschaft. Großdemonstrationen in Berlin, Straßensperren, Blockadeaktionen im Lausitzer Kohlerevier. Die Bilder gehen durch die Medien und setzen die Berliner Politik unter Druck. Die Autoren sprechen in Berlin mit führenden Politikern und Politikerinnen wie Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Welchen Einfluss haben die Proteste auf ihre politischen Entscheidungen? Jugendforscher Klaus Hurrelmann und Protestexperte Dieter Rucht ordnen die Klimabewegung in ihrer gesellschaftlichen Wucht ein und erklären, was "Fridays for Future" ausmacht. Die Filmemacher treffen auch Kritiker der Bewegung und sprechen mit Menschen auf der Straße über die derzeitige Klimadebatte in Deutschland. Während die Mehrheit der Deutschen sich aktuell für einen stärkeren Klimaschutz ausspricht, wächst bei anderen die Skepsis über die Dauer und Art der Klimaproteste. Es formieren sich Gegenbewegungen, vereinzelt mündet die Abneigung gegenüber "Fridays for Future" sogar in Gewaltaufrufe im Netz. Kann die Klimafrage das Land spalten? Mit einer eigenen Infratest-dimap-Umfrage vervollständigt die Dokumentation das Bild: Was denken die Deutschen Ende des Jahres 2019 über die Klimaproteste? Wächst oder sinkt die Zustimmung? Welchen Druck verspüren die Bürger auf ihr eigenes Verhalten? In welche Richtung soll die Politik agieren? Dass die Klimaproteste auf rechte Gruppen provozierend wirken, hat Jakob Springfeld, 17-jähriger Schüler aus Zwickau, wohl am eindrücklichsten erlebt. Er berichtet in der Dokumentation von Pöbeleien auf der Straße und Zwischenfällen auf angemeldeten Demonstrationen und Einschüchterungsversuchen abends im Dunkeln in der Zwickauer Innenstadt. Seitdem ist er vorsichtiger geworden, weil er Sorge hat, dass die Rechten irgendwann ihre Drohungen in die Tat umsetzen. Die Autoren besuchen Jakob an seiner Schule und diskutieren mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern über den persönlichen Beitrag zum Klimaschutz und über die Diskussionen zu Hause mit Eltern und Geschwistern. Skepsis und Unbehagen gegenüber den Aktivisten gibt es aber auch abseits rechtspopulistischer Parteien. Thomas Job aus Berlin verdient sein Geld mit einer Angebotsplattform für günstige Flugreisen. Er ärgert sich über die aktuelle Klimadebatte in Deutschland und befürchtet eine Polarisierung der Gesellschaft. Auch durch die Art, wie Klimaaktivisten für ihre Forderungen kämpfen. "Die Story im Ersten" über eine Generation junger Menschen, die sich lautstark zu Wort meldet und Druck aufbaut.