Die Letzten Europas - Wildpferde im Münsterland

  • Stutenfohlen dürfen ihr ganzes Leben in der Mutterherde genießen. Hengstfohlen dagegen werden als Zweijährige aus der Herde heraus gefangen. Vergrößern
    Stutenfohlen dürfen ihr ganzes Leben in der Mutterherde genießen. Hengstfohlen dagegen werden als Zweijährige aus der Herde heraus gefangen.
    Fotoquelle: Bayerischer Rundfunk
  • Ein fahles Grau ist die häufigste Fellzeichnung der Dülmener Wildpferde, in deren Adern sich Wildpferdblut mit dem verwilderter Hauspferde mischt. Manchmal sind jedoch auch Braune oder Falben in der Herde. Vergrößern
    Ein fahles Grau ist die häufigste Fellzeichnung der Dülmener Wildpferde, in deren Adern sich Wildpferdblut mit dem verwilderter Hauspferde mischt. Manchmal sind jedoch auch Braune oder Falben in der Herde.
    Fotoquelle: Bayerischer Rundfunk
  • Die meiste Zeit des Tages verbringen die Dülmener Wildpferde, die nur in strengen Wintern zugefüttert werden, mit Grasen. Die Fohlen dagegen, die sich hauptsächlich von Milch ernähren, haben viel Zeit. Vergrößern
    Die meiste Zeit des Tages verbringen die Dülmener Wildpferde, die nur in strengen Wintern zugefüttert werden, mit Grasen. Die Fohlen dagegen, die sich hauptsächlich von Milch ernähren, haben viel Zeit.
    Fotoquelle: Bayerischer Rundfunk
  • Die wilden Pferde im Münsterland haben über die Jahrhunderte hinweg ihre Ursprünglichkeit erhalten. Sie leben das ganze Jahr im Freien. Vergrößern
    Die wilden Pferde im Münsterland haben über die Jahrhunderte hinweg ihre Ursprünglichkeit erhalten. Sie leben das ganze Jahr im Freien.
    Fotoquelle: Bayerischer Rundfunk
  • Dülmener Wildpferde im Winter. Zu dieser Jahreszeit haben die Tiere ein dichtes Winterfell. Vergrößern
    Dülmener Wildpferde im Winter. Zu dieser Jahreszeit haben die Tiere ein dichtes Winterfell.
    Fotoquelle: Bayerischer Rundfunk
Natur+Reisen, Tiere
Die Letzten Europas - Wildpferde im Münsterland

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2011
BR
Mi., 21.08.
10:25 - 11:10


Im Herzen Westfalens verbirgt sich eine Sensation: die letzten Wildpferde Europas - ursprünglich, ungezähmt und nahezu frei. Jahrhundertelang überstanden sie den Wandel von Wildnis in Kulturland und leben noch immer bei jeder Witterung mitten im Münsterland - Seite an Seite mit anderen seltenen Tieren und Pflanzen. Über ein Jahr begleitete Tierfilmer Christian Baumeister die Dülmener Wildpferde. Sein Film beginnt mit spektakulären Szenen aus der Paarungszeit im zeitigen Frühjahr, wenn die Hengste um die Stuten kämpfen. Pferde sind ausgesprochen soziale Tiere. Die große Herde besteht aus vielen Familieneinheiten, die alle von einer erfahrenen Stute angeführt werden. Der Winter stellt die Pferde vor besonders große Herausforderungen. Doch sie wechseln regelmäßig von den Wiesen in die Wälder und wissen genau, wann sie wo welche Nahrung finden. Und doch geht so manches Fohlen zugrunde, wenn es zu lange nasskalt bleibt. Das parkähnliche Münsterland mit seinem Wechsel aus Wiesen, Wäldern und Feldern bietet immer noch vielen seltenen Tieren eine Heimat. Die faszinierenden, mit aufwendiger Technik gedrehten Aufnahmen aus dem Leben der Pferde werden flankiert von ebenso atemberaubenden Einsichten in den Alltag der wilden Nachbarn. Des Uhus beispielsweise, der seine Jungen großzieht. Oder der winzigen Zwergmaus, die kunstvolle Kugelnester inmitten von Kornfeldern baut. Auch die Geburt junger Kreuzottern - eine Rarität in der Welt der Reptilien - fängt Christian Baumeister mit der Kamera ein. Der Film endet mit spektakulären Zeitlupenaufnahmen der letzten wilden Pferde Europas, wie sie nach dem Fang der Junghengste aus der Arena stürmen - zurück in ihr Schutzgebiet. Einst war ganz Westfalen von sumpfigen Wäldern bedeckt. Zu jener Zeit streiften noch vielerorts wilde Pferdeherden durch das Land. Überlebt hat davon nur eine Einzige. Die letzten 20 Tiere flohen vor den Menschen, die alle Wildpferde als unwillkommene Weidekonkurrenten vernichten wollten, in ein Sumpfgebiet nahe der Stadt Dülmen. Das Land gehörte den Herzögen von Croÿ. Sie stellten es Mitte des 19. Jahrhunderts kurz entschlossen unter Schutz und sicherten so das Überleben dieser letzten Wildpferde Europas. Inzwischen ist die Herde auf über 350 Tiere angewachsen. Sie leben bis heute nahezu unbeeinflusst vom Menschen und suchen sich ihre Nahrung das ganze Jahr über selbst. Sie werden draußen geboren - und sie sterben draußen. Stall und tierärztliche Betreuung kennen sie nicht. So haben sich viele ihrer ursprünglichen Instinkte erhalten können.


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