Die Macht der Jahreszeiten

Ende Oktober am Münchner Isarufer. Vergrößern
Ende Oktober am Münchner Isarufer.
Fotoquelle: ZDF/Armin Leitner
Natur+Reisen, Natur und Umwelt
Die Macht der Jahreszeiten

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2013
Altersfreigabe
6+
ZDFneo
So., 09.12.
05:20 - 06:05
Herbst & Winter


Die Jahreszeiten sind der geheime Motor allen Lebens auf der Erde. Seit Ende der Eiszeit prägen sie den Rhythmus der Natur. Menschen, Tiere und Pflanzen richten sich nach ihrem Ablauf. In den tropischen Klimazonen sind es nur zwei, auf der Nord- und Südhalbkugel aber vier Jahreszeiten, die den Takt vorgeben. Während in der ersten Folge Frühling und Sommer vorgestellt wurden, konzentriert sich der zweite Teil auf Herbst und Winter. Die Monate des Herbsts heißen Scheidung, Gilbhart und Nebelung - September, Oktober und November. Sie sind die Monate des Abschieds, der goldgelben Farben, des Nebels. So wie sich der Frühling durch die einsetzende Schneeschmelze ankündigt, läuten die fallenden Blätter den Herbst ein. Damit beginnt in der Natur die größte Umbauaktion des Jahres. Das Gelb, Rot und Braun der Blätter dominiert plötzlich das Landschaftsbild. Die Farben sind die Folge eines Notprogramms im Stoffwechsel der Pflanzen. Damit reagiert die Vegetation auf die abnehmende Tageslänge und die schwindende Lichtausbeute. Das Grün der Photosynthese wird abgebaut. Übrig bleiben gelbe und braune Farbstoffe, die den typischen Look des Herbstes ausmachen. Aber das ist nur eine der vielen Facetten der dritten Jahreszeit. Eine andere ist die Landwirtschaft. Selbst im Herbst herrscht noch Hochbetrieb. Alle Hände werden gebraucht. Auch bei Winzern wie Kilian Franzen und Angelina Lenz am Calmont an der Mosel, am steilsten Weinberg Europas. Seit einigen Jahren fangen sie mit der Lese immer früher an. Die Klimaerwärmung macht es möglich. Sie sorgt nicht nur für eine zeitigere Fruchtreife, sondern vor allem für neue Rebsorten, wie sie eigentlich nur in Italien oder Frankreich wachsen. Ein verlässlicher Indikator, dass sich der Sommer verabschiedet hat, ist der Zug der Kraniche gen Süden. Auf der Ostseehalbinsel Darß fallen sie zu Tausenden ein, um Rast zu machen und Nahrung aufzunehmen. Weiter westlich an den Küsten ziehen langsam frische Winde auf. Manche wachsen zu Orkanen an und fegen über ganz Deutschland hinweg. Die höchste Windgeschwindigkeit mit 263 Stundenkilometern wurde am 24. November 1984 auf dem Brocken gemessen. "Kyrill" im Jahr 2007 tobte so heftig, dass er Schäden in Höhe von 4,2 Milliarden Euro verursachte. Die Experten vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach prophezeien, dass die Herbststürme in Zukunft an Stärke zunehmen werden. Den Winter verbinden wir seit Generationen mit Schnee, Eis und Kälte. Egal ob als Plättchen, Prismen oder Sterne - Schnee fällt stets in anderer Gestalt vom Himmel. Es gibt über 6000 verschiedene Formen. Damit sich die Kristalle bilden können, müssen die Temperaturen in den Wolken zwischen minus vier und minus 20 Grad Celsius liegen. Die weiße Pracht bietet ein idyllisches Bild. Für die Natur ist sie ein willkommener Gast, der Schnee isoliert und schützt den Boden vor der klirrenden Kälte. Eine alte Bauernregel erklärt: "Die Erde muss ein Betttuch haben, soll sie der Winterschlummer laben." Doch der Schein trügt: Der Winter ist der eigentliche Verlierer des Klimawandels. Auch wenn ein Großteil der Deutschen glaubt, der Winter dauere immer länger, ist das Gegenteil der Fall. Schon seit Langem fällt er merklich kürzer und milder aus. Die Entwicklung bleibt nicht ohne Konsequenzen. Der Erwärmungstrend lässt nicht nur das Eis der Arktis schmelzen, sondern auch den einzigen Gletscher in Deutschland - den Schneeferner auf der Zugspitze. Teile des Gletschers wurden 2012 zum letzten Mal im Sommer zum Schutz vor Sonne und Regen abgedeckt - man gibt den Kampf auf, denn retten kann man den Schneeferner nicht mehr. Die Temperaturen spielen dagegen: Im Jahr 2011 wurde an der Zugspitze die höchste Jahresdurchschnittstemperatur seit Aufzeichnungsbeginn, also seit 110 Jahren, gemessen. Richtige, strenge Winter bleiben dort seit 20 Jahren aus. Die Jahreszeiten befinden sich im Wandel, sie werden wärmer, die Übergänge fließender und plötzliche Wechsel häufiger. Wie extrem die Veränderungen der einzelnen Perioden werden, welche Gewalten uns treffen - darüber streiten die Forscher noch. Ihren ursprünglichen Charakter aber werden Frühling, Sommer, Herbst und Winter trotzdem behalten, denn die Neigung der Erdachse sorgt auch weiterhin für einen verlässlichen Wechsel der Jahreszeiten. Für die zweiteilige Dokumentationsreihe war ein "Terra X"-Team ein Jahr lang unterwegs und hat ein eindrucksvolles Bild von der Macht der Jahreszeiten in Deutschland erstellt.
So wie die Schneeschmelze den Frühling ankündigt, läuten die fallenden Blätter den Herbst ein. Wie verändert sich die Landschaft, und wie beeinflussen die Jahreszeiten unser Leben noch heute?
Mit den sich färbenden Blättern beginnt in der Natur die größte Umbauaktion des Jahres: Gelb, Rot und Braun dominieren plötzlich das Landschaftsbild. Die Farben sind die Folge eines Notprogramms im Stoffwechsel der Pflanzen.
Damit reagiert die Vegetation auf die abnehmende Tageslänge und die schwindende Lichtausbeute. Das Grün der Fotosynthese wird abgebaut. Übrig bleiben gelbe und braune Farbstoffe, die den typischen Look des Herbsts ausmachen. Aber das ist nur eine der vielen Facetten der dritten Jahreszeit.
Eine andere ist die Landwirtschaft. Selbst im Herbst herrscht dort noch Hochbetrieb. Alle Hände werden gebraucht. Auch bei den Winzern wie Kilian Franzen und Angelina Lenz am Calmont an der Mosel, dem steilsten Weinberg Europas. Seit einigen Jahren fangen sie mit der Lese immer früher an. Die Klimaerwärmung macht es möglich. Sie sorgt nicht nur für eine zeitigere Fruchtreife, sondern vor allem für neue Rebsorten, wie sie eigentlich nur in Italien oder Frankreich wachsen.
Ein verlässlicher Indikator, dass sich der Sommer verabschiedet hat, ist der Zug der Kraniche auf ihrem Weg in den Süden. Auf der Ostseehalbinsel Darß fallen sie zu Tausenden ein, um Rast zu machen und neue Nahrung aufzunehmen. Weiter westlich an den Küsten ziehen langsam aber sicher frische Winde auf. Manche wachsen zu Orkanen an und fegen über ganz Deutschland. Die höchste Windgeschwindigkeit mit 263 Stundenkilometern wurde am 24. November 1984 auf dem Brocken gemessen, Kyrill im Jahr 2007 tobte so heftig, dass er Schäden in Höhe von 4,2 Milliarden Euro verursachte. Die Experten vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach prophezeien, dass die Herbststürme in Zukunft an Stärke zunehmen werden.


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