Unter den Augen von 80.000 aufgeheizten, brüllenden Menschen rollt Angriff um Angriff auf ihn zu. Innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheidet sich: Held oder Versager. Feldspieler gibt es viele, doch es gibt immer nur einen Torwart. Durch spektakuläre Paraden kann er zum Gewinner des Spiels werden, doch der kleinste Fehler stempelt ihn zum Sündenbock, der die Arbeit des ganzen Teams zunichte macht. Seine Karriere hängt immer am seidenen Faden. Die Hüter des Tores - sind auch die Hüter der Hoffnung. Sie sind das letzte Bollwerk gegen eine durchtrainierte, durchchoreographierte Angriffsmaschinerie von torhungrigen Vollstreckern. Sie sind die letzte Hoffnung der Fans, die drohende Niederlage durch einen Geistesblitz, einen unwahrscheinlichen Reflex doch noch abzuwenden. Sie leben mit der ständigen Erwartung, sich den anstürmenden gegnerischen Muskelpaketen entgegenwerfen zu müssen, ohne Rücksicht auf die eigenen Knochen, die eigene Gesundheit. Eine Sekunde der Unachtsamkeit, und sie werden zum Buhmann, zum Symbol der Niederlage, gar zum Hassobjekt, zur Verkörperung der enttäuschten Hoffnung einer ganzen Stadt, ja eines ganzen Landes. Der Platz zwischen den Pfosten - eine physische und psychologische Ausnahmesituation. Nur ganz wenige Menschen halten diesem immensen Druck stand.