Eine von westlichen Touristen noch weitgehend unentdeckte Region der Philippinen ist die Hauptinsel Luzon. Robert Hetkämper erkundet die Gegend mit Bus und Boot. Bei seiner Entdeckungsreise trifft er viele interessante Menschen, darunter Vulkanführer, Wunderheiler, Ballonfahrer, ja sogar den Pfarrer einer Barockkathedrale, und erlebt mit ihnen so manches asiatische Abenteuer. Die Landschaft der Insel Luzon wird geprägt von zahllosen Vulkanen wie dem berühmt-berüchtigten Pinatubo und malerischen Reisterrassen an steilen Berghängen. Der Pagsanjan-Fluss ist ein Wildwasserfluss, der durch ein Dschungelgebiet knapp 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila fließt. Millionen von Kinobesuchern haben diesen Fluss schon gesehen, in "Apocalypse Now", den wohl berühmtesten Vietnam-Kriegsfilm. Er wurde Ende der 1970er-Jahre gedreht. Für die Dreharbeiten wurde der Fluss sogar gestaut. Regisseur Francis Ford Coppola und sein Filmstab nahmen buchstäblich Besitz von dem Fluss. In Vietnam selbst konnten die Amerikaner damals nicht filmen. Heute arbeiten 900 Bootsleute am Fluss. Selbst in der Hochsaison kommt jeder nur einmal die Woche an die Reihe. Drei Stunden Schwerstarbeit bringen dem Bootsmann umgerechnet zehn Euro pro Passagier. Neben der atemberaubenden Natur haben die Philippinen auch eine einzigartige Kultur. An vielen Orten finden sich noch die Spuren der spanischen Kolonialzeit, die das Land wie kaum ein anderes in Asien geprägt hat. Prächtige Villen im Art-Deco-Stil und imposante Kathedralen zeugen davon ebenso wie das für diese Weltregion eher untypische Christentum als Hauptreligion. Mit Inbrunst wird auf den Philippinen, dem einzigen großen katholischen Land Asiens, Palmsonntag gefeiert. Damit beginnt im Neuen Testament die Leidenswoche Jesu, bis zu seiner Auferstehung an Ostern - die wichtigste Zeit im religiösen Kalender der Philippinen. Die Basilika St. Martin de Tours in der Stadt Taal ist die größte Kirche Asiens und sogar größer als die Frauenkirche in München. Die erste dem Heiligen Martin von Tours in Taal geweihte Kirche wurde 1575 gebaut. Immer wieder zerstörten Erdbeben die späteren Bauten. Die heutige Basilika stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Philippinen gelten vielen als das für Besucher aus dem Westen am leichtesten zugängliche Land Südostasiens. Die Menschen hier zeigen kaum Berührungsängste gegenüber Fremden, Freundlichkeit gehört zu den allgemeinen Erziehungszielen.