Die Reise der Menschheit
Info, Geschichte • 14.10.2021 • 21:05 - 21:55
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
6+
Info, Geschichte

Die Reise der Menschheit

Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckt, erschafft er auch eine neue, globale Arena der Migration. Die entstehenden europäischen Kolonialreiche bringen fast alle der 400 Millionen Menschen, die damals die Welt bevölkern, direkt oder indirekt in Bewegung. Wo immer in Amerika, Asien, Afrika und Australien Europäer siedeln und herrschen, importieren sie Pflanzen und Tiere, ihre Religion, Krankheiten. Sie verdrängen und töten die Ureinwohner. Diese wiederum weichen in andere Regionen aus. Die Folgen sind dramatisch: 100 Jahre nach Kolumbus sind 98 Millionen der 100 Millionen Ureinwohner Amerikas gestorben, vor allem durch importierte Krankheiten, gegen die sie nicht immun waren. Für diese billigen Arbeitskräfte werden mehr als zwölf Millionen afrikanische Sklaven als Ersatz in die Neue Welt verschleppt. Ein Drittel stirbt schon auf der Überfahrt. Durch den Verkauf ganzer Völker kommen in Afrika selbst wiederum riesige Migrationswellen in Gang. Mexiko-Stadt ist der erste Schmelztiegel der frühen Neuzeit. Im 16. Jahrhundert vermischen sich hier Ureinwohner, Asiaten, Afrikaner, Europäer. Mestizen und Mulatten sind nur zwei der unzähligen Kombinationen dieser Gruppen, denen vorgeschrieben wird, wo und wie sie zu leben haben. Mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts expandieren Europäer auch nach Osten, gründen etwa die Niederländische Ostindien-Kompanie. Für ihre Handelsstützpunkte im heutigen Indonesien werden fast eine Million junger Europäer als Arbeitskräfte angeworben, die meisten sind Deutsche auf der Suche nach Reichtum. Wer dort überlebt, kehrt in die Heimat zurück. Es sind Migranten auf Zeit.
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