Bernard Prazan, Vater des Autors und Filmemachers Michaël Prazan, verlor gleich bei den ersten Razzien gegen ausländische Juden im Osten von Paris seine Eltern. Die junge Schmugglerin Thérèse Léopold brachte den damals Siebenjährigen und seine fünfjährige Schwester in die unbesetzte Zone. Ihr Kontaktmann Pierre Lussac war einer der berüchtigtsten Kollaborateure von Orléans. Er habe den Verdacht gehabt, gibt Bernard Prazan später an, dass die Schmugglerin ihn und seine Schwester an die Gestapo habe ausliefern wollen, sich dann aber umbesonnen habe. Michaël Prazans sorgfältig recherchierte Spurensuche beginnt mit der Geschichte seines Vaters, der in verschiedenen Familien unterkam und später in Waisenhäusern des französischen Kinderhilfswerks aufwuchs. Seine Nachforschungen über die Schmugglerin Thérèse Léopold führen dazu, dass er die inzwischen hochbetagte Frau ausfindig machen und mit ihr selbst sprechen kann. Archivdokumente geben Auskunft über die von Pierre Lussac begangenen Verbrechen. Sie beleuchten die Umstände, unter denen Michaël Prazans Großeltern verschwanden und starben, und belegen den Raub ihrer Habe durch die Nazis. Nicht alle Lücken um die Figur der Thérèse Léopold können geschlossen werden. Doch über die persönliche Aufarbeitung hinaus beleuchtet der Film ein nunmehr mehr als 70 Jahre zurückliegendes Kapitel der deutsch-französischen Geschichte. Dabei nennt der Film Menschen, die Widerstand geleistet haben, Nazi-Verbrecher und Opfer beim Namen.