Die Spatensoldaten

Report, Dokumentation
Die Spatensoldaten

tagesschau24
So., 03.06.
21:47 - 22:30


'Die Geschichte der Bausoldaten bzw. Spatensoldaten - ein ganz besonderes Kapitel NVA-Geschichte. Die Soldaten mit dem glänzenden Spaten auf den Schulterklappen waren die einzigen Wehrdienstverweigerer des gesamten Warschauer Paktes. 1964 hatte die DDR-Regierung auf Drängen besonders der Kirchen dieses Zugeständnis besonderer Art machen müssen. In keinem anderen sozialistischen Land gab es ansonsten die Möglichkeit, den Dienst mit der Waffe zu verweigern. Die DDR kreierte eine ganz spezielle Verweigerer-Variante. Die jungen Männer durften zwar den Dienst an der Waffe verweigern, nicht aber den Armee-Dienst. So wie alle anderen mussten die Verweigerer also auch 18 Monate dienen, in der Uniform der NVA, als Soldaten ohne Waffe. Die Entscheidung hatte freilich sehr nachhaltige Konsequenzen für jene, die kein Gewehr in die Hand nehmen wollten. Sie galten als Drückeberger, Staatsfeinde, Oppositionelle.... Die beruflichen Perspektiven waren damit für viele weitgehend gekappt. Studienplätze gab es für die Bausoldaten in der Regel nicht mehr. Dennoch stieg die Zahl der Bausoldaten von Jahr zu Jahr an. Eine Ironie der Geschichte. Mit Rainer Eppelmann stieg im Verlauf der Wende ausgerechnet ein ehemaliger Spatensoldat, d.h. Wehrdienstverweigerer, zum obersten Dienstherren der DDR-Streitkräfte auf, bevor die NVA dann verschwand und mit ihr die Spatensoldaten, deren Los zu DDR-Zeiten von den Medien ganz bewusst ausgeblendet worden ist. Die Bausoldaten waren tabu. Als Anfang der 70er Jahre die Rockgruppe Renft mit dem Song 'Glaubensfragen' versuchte an dem Tabu zu rühren, wurde sie sofort nach Berlin einbestellt. Der Vorwurf Wehrkraftzersetzung wog schwer. Wenig später war die Band verboten. Nichts zu dem Thema Bausoldat sollte in die Öffentlichkeit dringen. Viele wussten bis zuletzt nicht, dass es diese Möglichkeit gab, den regulären Waffendienst zu verweigern


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