Heino Ferch schlüpft in "Die Spur der Mörder" zum zweiten Mal in die Rolle des Kommissars Ingo Thiel.

Der "Super-Kommissar" Ingo Thiel aus Mönchengladbach ist bekannt für seine ausgesprochen hohe Aufklärungsquote und sein Gespür in den kniffligsten und grausamsten Delikten. 2010 schaffte er es, seinen wohl größten und dramatischsten "Fall Mirco" zu lösen, über den er sogar ein Buch schrieb. Urs Egger wagte sich 2017 an die Verfilmung des furchtbaren Verbrechens mit dem Titel "Ein Kind wird gesucht". Nun widmete sich der Regisseur erneut einer tatsächlich geschehenen Gräueltat: In "Die Spur der Mörder" geht es um die im Jahr 2007 verübten Mafiamorde in Duisburg. ARTE zeigt nun den Film, in dem Schauspieler Heino Ferch erneut in der Rolle als Ingo Thiel überzeugt, erstmals im Free-TV.

Fröhlich schwatzend verlässt der Wirt Antonio Russo mitten in der Nacht mit vier Mitarbeitern sein Restaurant "Fontana di Trevi". Kaum sitzen sie in ihrem Auto, tauchen zwei dunkel gekleidete Männer auf und richten ein regelrechtes Blutbad an. Thiel und seinem Team wird klar, dass hier die Mafia ihre Finger im Spiel hat. Um den Fall aufzuklären, bekommt der Kommissar Unterstützung von der Interpol-Spezialermittlerin Carla Orlando (Verena Altenberger), die auch recht schnell eine Verbindung des Mehrfachmords mit der 'Ndrangheta, der Mafia in Kalabrien, erkennen kann.

Nach und nach decken die beiden Vollblutermittler auf, welche Geschichte hinter der grausamen Tat steckt. Hier geht es vor allem um eine jahrelange Fehde zwischen den verfeindeten Clans Russo und Costa. Die beiden Täter zu finden, ist alles andere als einfach – vor allem, wenn die Unterstützung aus Italien ausbleibt. Hier hatten Thiel und Orlando eigentlich fest mit dem Mafia-Jäger Silvio Bertone (Stefano Viali) gerechnet, doch der ist sich der Gefahr bewusst, der er sich aussetzt. Die beiden Ermittler müssen tief graben, um an Informationen zu kommen. Eine Rolle spielt dabei auch die Schwester des ermordeten Wirts, Sofia Russo (Marie-Lou Sellem). Kann sie ihnen weiterhelfen? Und welches Geheimnis hütet eigentlich Carla Orlando?

Ein gut-schlechtes Team

Für sie ist das Ganze nicht ungefährlich. Sie ist Thiel zwar eine große Hilfe, handelt aber auch häufig gegen seine Vorstellungen. Trotz des recht angespannten Verhältnisses ergänzen sie sich gut: Während Thiel auch mal laut, ungeduldig und mürrisch ist und sich fast durchgehend in Zigarettenrauch hüllt, versucht Orlando, vorausschauend zu handeln und ihm erklärend zur Seite zu stehen – vor allem, was die "Bella Figura" betrifft.

Genau wie der echte Kommissar Ingo Thiel in seinem Buch detailliert von den realen Zuständen in den Revieren berichtet, liegt auch im Film ein besonderer Fokus auf den ungeschönten internen Polizeistrukturen. Carla Orlando ist dafür das perfekte Bindeglied, die immer wieder einen Vergleich zwischen der Arbeitsweise in den beiden Ländern zieht sowie einen tiefen Einblick in die Mafia-Aktivitäten in Deutschland und Italien bietet.

Mit "Die Spur der Mörder" ist Urs Egger ("Das Wunder von Wörgl") wieder ein packender Film gelungen, der einen bedeutenden Fall der deutschen Kriminalgeschichte ins Gedächtnis ruft. Katja Röder und Fred Breinersdorfer orientierten sich für die Entstehung des Drehbuchs an den echten Protokollen und Ermittlungsakten. Untermalt wird das Ganze auch mit der reizvollen Kulisse Italiens, als Thiel und Orlando für Ermittlungen vor Ort in den Süden reisen müssen. Ein TV-Krimi, wie er sein sollte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst